Vor WM 2026: Immer mehr Fragen bei von Trump überschattetem Turnier

Weniger als drei Monate vor dem Anpfiff der von Trump überschatteten Weltmeisterschaft türmen sich in den USA zahlreiche offene Fragen: von Einreise- und Visaproblemen bis zur Sicherheit in Stadien und Fan‑Festen. Die teilweise Schließung des Department of Homeland Security und restriktive Visapolitik sorgen für Unsicherheit bei Mannschaften, Fans und Gastgeberstädten. Besonders brisant bleibt die ungeklärte Teilnahme Irans, während FIFA und Organisatoren entweder ausweichen oder Ersatzlösungen prüfen müssen. Zugleich drücken hohe Ticketpreise, logistische Engpässe an Flughäfen und klimatische Risiken auf die Vorbereitung.

WASHINGTON, DC – 7. MÄRZ: Der Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA), Gianni Infantino, spricht neben US-Präsident Donald Trump, während dieser am 7. März 2025 im Oval Office des Weißen Hauses in Washington, DC, eine Durchführungsverordnung unterzeichnet. Präsident Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung einer Task Force des Weißen Hauses für die Weltmeisterschaft 2026. Anna Moneymaker/Getty Images/AFP (Foto: Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

 

Trump überschattet Organisation und Teilnahme von Nationalteams

Präsident Donald Trump hat die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft durch seine Rhetorik und politische Maßnahmen massiv beeinflusst. Er schrieb am 12. März auf sozialen Netzwerken: „The Iran National Soccer Team is welcome to The World Cup, but I really don’t believe it is appropriate that they be there, for their own life and safety.“ Diese Äußerung verstärkt die Unsicherheit über die Teilnahme Irans, obwohl Verband und Spieler signalisieren, spielen zu wollen. FIFA bearbeitet den Fall; Iran hat mindestens drei Partien in Los Angeles und Seattle vorgesehen, und einzelne Stimmen, darunter Mexiko als Mitgastgeber, boten vorübergehende Aufnahme an – Vorschläge, die Organisatoren inzwischen ausschlossen.

USA Spielplan der WM 2026 Gruppe D

Weltmeisterschaft
13 Juni 2026
- 3:00
USA
- -
Paraguay
Weltmeisterschaft
19 Juni 2026
- 21:00
USA
- -
Australien
Weltmeisterschaft
26 Juni 2026
- 4:00
Türkei
- -
USA

 

WM 2026 Gruppe D wird durch den Gewinner des UEFA-Playoffs-Pfad C ergänzt (Türkei oder Kosovo):

WM-Qualifikation
31 März 2026
- 20:45
Kosovo
0 1
Türkei

 

Visaprobleme und Einreise: Ticketinhaber, Gebühren und Ausschlüsse

Die Einreisepolitik der USA stellt Fans und Mannschaften vor erhebliche Hürden. Trump führte verschärfte Visaverfahren ein und verhängte faktische Einreisestopps für Staatsangehörige aus Haiti, der Elfenbeinküste, Senegal und der Demokratischen Republik Kongo; Letztere kämpfen noch um ihr WM‑Ticket. Für Ticketbesitzer gibt es zwar ein beschleunigtes Verfahren, doch Interviews, Gebühren von mehr als 500 US‑Dollar und für bestimmte Nationalitäten die Forderung einer rückzahlbaren Kaution von bis zu 15.000 US‑Dollar erschweren die Anreise. Gleichzeitig verlängerten sich die Bearbeitungszeiten, sodass nicht auszuschließen ist, dass zahlreiche Fans ihre Visumanträge nicht rechtzeitig erhalten oder die Kosten schrecken.

EAST RUTHERFORD, NEW JERSEY – JULY 13: Reece James #24 of Chelsea FC lifts the FIFA Club World Cup trophy after their team’s victory as U.S. President Donald Trump reacts following the FIFA Club World Cup 2025 Final match between Chelsea FC and Paris Saint-Germain at MetLife Stadium on July 13, 2025 in East Rutherford, New Jersey. David Ramos/Getty Images/AFP (Photo by David Ramos / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Sicherheitsbudget, DHS‑Shutdown und die Rolle von ICE

Die teilweise Schließung des Department of Homeland Security führte zu chaotischen Warteschlangen an Flughäfen und warf Fragen zur Einsatzfähigkeit der Sicherheitsbehörden auf. Erst vor Kurzem gab das DHS die zugesagten 625 Millionen US‑Dollar an die Gastgeberstädte frei, um Sicherheitskosten zu decken; zuvor hatten Organisatoren gewarnt, Fan‑Feste und begleitende Veranstaltungen streichen zu müssen. Zudem bleibt unklar, in welchem Umfang ICE‑Agenten bei Spielen und öffentlichen Übertragungen präsent sein werden: Der kommissarische ICE‑Direktor Todd Lyons verweigerte im Februar eine eindeutige Auskunft, während Abgeordnete wie die Demokratin Nellie Pou einen Gesetzentwurf vorlegten, der ICE von Stadien und Fan‑Bereichen fernhalten soll.

Publikum, Ticketpreise und klimatische Risiken im Spielplan

Abseits der Politik drohen der WM weitere Probleme: Exorbitante Ticketpreise und ein florierender Schwarzhandel verunsichern Fans und führen zu Beschwerden gegen FIFA bei europäischen Behörden. Bürgermeister und Fangruppen kritisieren die hohen Kosten – Tickets für das Finale werden mit Preisen von über 8.000 US‑Dollar angeführt – und warnen vor einer Ausdünnung der Zuschauerkulissen, speziell in der Gruppenphase. Gleichzeitig birgt der Spielplan klimatische Gefahren: Studien warnen vor Hitzebelastungen über 35°C und unerwarteten Gewittern, die Spielverschiebungen erzwingen könnten. Diese Kombination aus teuren Eintrittskarten, halbleeren Arenen und extremen Wetterbedingungen erhöht das Risiko logistischer Störungen während des Turniers.