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WM-Ticketpreise: Fan-Organisation verklagt FIFA
Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) und die Verbrauchergruppe Euroconsumers haben bei der Europäischen Kommission förmlich Beschwerde gegen die FIFA eingereicht. Sie werfen dem Weltverband missbräuchliche Marktpraktiken, undurchsichtige Verkaufsprozesse und „dynamische Preisgestaltung“ vor und fordern unter anderem einen Preisstopp für die nächste Verkaufsphase im April. Die Kläger fordern außerdem die Offenlegung verbleibender Kontingente pro Kategorie mindestens 48 Stunden vor Verkaufsstart. Die EU-Kommission hat den Eingang der Beschwerde bestätigt; eine Prüfung läuft nach den üblichen Verfahren.

Wer klagt und welche Forderungen werden gestellt?
Die Beschwerde eingereicht haben Football Supporters Europe (FSE) gemeinsam mit Euroconsumers. Beide Organisationen argumentieren, die FIFA habe ein Monopol auf den Ticketverkauf zur WM 2026 und nutze diese Macht, um Fans „überhöhte Preise und unfaire Bedingungen“ aufzuzwingen. Konkret fordern sie, dass die Kommission die FIFA anweist, auf die sogenannte „dynamische Preisgestaltung“ zu verzichten, die Preise für die nächste Verkaufsphase im April auf dem im Dezember angekündigten Niveau einzufrieren und die Anzahl verbleibender Tickets pro Kategorie mindestens 48 Stunden vorab zu veröffentlichen.
Vorwürfe: Monopol, Dynamic Pricing und fehlende Transparenz
FSE und Euroconsumers kritisieren, dass die FIFA Preise abhängig von Nachfrage und Zeitpunkt variieren lasse, sodass Käufer für identische Plätze in derselben Verkaufsrunde unterschiedliche Summen zahlen können. Laut Klage liegen die günstigsten offen verfügbaren Finaltickets derzeit bei 4.185 US-Dollar – deutlich über dem in den FIFA-Bewerbungsunterlagen prognostizierten durchschnittlichen Ticketpreis von 1.408 US-Dollar. Zudem bemängeln die Kläger, dass ursprünglich versprochene Einstiegsangebote (ab 21 Dollar) nicht realisiert wurden; die bislang günstigsten verkauften Karten kosteten 60 Dollar.
Zweitmarkt und Weiterverkauf: FIFA-Plattform als Problem
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den unregulierten Weiterverkauf: Die FIFA betreibt eine offizielle Plattform, auf der Tickethalter zu jedem Preis verkaufen können. Die Organisationen bemängeln, dass dies einen „legalisierten Schwarzmarkt“ schaffe, weil Karten günstig erworben und dann gewinnbringend wieder angeboten werden könnten. Die FIFA erhebt laut Angaben 15 Prozent vom Verkäufer und schlägt beim Käufer ebenfalls 15 Prozent auf, wodurch der Verband an Transaktionen verdient.
Reaktionen, Zahlen und Prüfverfahren
Die FIFA gibt an, fast sieben Millionen Tickets für die 104 WM-Partien angeboten zu haben. Präsident Gianni Infantino sprach von insgesamt 508 Millionen Anfragen und erklärte, „jedes“ Spiel sei ausverkauft; gleichzeitig hält der Weltverband noch ein nicht näher beziffertes Kontingent zurück, das ab April verkauft werden soll. Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde; die Kommission will die Vorwürfe nun nach dem üblichen Prüfverfahren untersuchen. Wird ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht festgestellt, kann die Kommission der FIFA Auflagen machen und Änderungen verlangen.