Die Vorbereitungen auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 geraten zunehmend unter Druck. Besonders in Mexiko rückt die Sicherheitslage in den Mittelpunkt: Eine Welle der Kartellgewalt im Bundesstaat Jalisco wirft Fragen zur Organisation der Spiele in Guadalajara auf. Gleichzeitig belasten geopolitische Spannungen um den Iran sowie finanzielle und organisatorische Streitpunkte in mehreren US-Austragungsstädten die Planungen für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

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Sicherheitslage in Mexiko: Kartellgewalt und Auswirkungen auf Guadalajara
Die Sicherheitslage in Mexiko gerät nach einer neuen Welle der Kartellgewalt im Bundesstaat Jalisco unter verstärkte Beobachtung. Auslöser der Unruhen war die Tötung eines führenden Drogenkartell-Mitglieds durch Militäraktionen, woraufhin die Gewalt in der Region deutlich zunahm. Guadalajara, Hauptstadt des Bundesstaates, gehört zu den Gastgeberorten der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und soll vier Gruppenspiele austragen.
Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum betont jedoch, dass die Sicherheit für Fans und Teams gewährleistet sei. Auch Gianni Infantino erklärte das Vertrauen der FIFA in Mexiko als Co-Gastgeber. Dennoch müssen Sicherheitskonzepte für Stadien und Umfeld angepasst werden, während Behörden und Organisatoren ihre Planungen enger abstimmen.
Geopolitische Spannungen: Unklare Iran‑Lage vor der WM
Der Krieg mit Iran fügt der Organisation der WM 2026 eine erhebliche politische Dimension hinzu. Iran hat drei Gruppenspiele in den USA angesetzt — zwei in Inglewood und eines in Seattle — doch die Teilnahme der Mannschaft ist seit den Angriffen, bei denen laut Angaben aus den USA und Israel mehrere hochrangige iranische Funktionäre getötet worden sein sollen, ungewiss. Iranische Verbandsvertreter äußerten zuletzt Pessimismus: „Nach diesem Angriff können wir nicht mit Zuversicht auf die Weltmeisterschaft blicken“, sagte Verbandschef Mehdi Taj.
Bislang hat sich kein qualifiziertes Team offiziell vom Turnier zurückgezogen; auch der iranische Verband hat keinen Rückzug verkündet. FIFA teilte zunächst nicht mit, ob iranische Funktionäre an einem Workshop in Atlanta teilgenommen haben. Gleichzeitig tauschen sich Verbände und FIFA in Vorbereitungstreffen über Sicherheits- und Einreisefragen aus, um mögliche Szenarien zu bewältigen.
Fan‑Festivals, Ticketpreise und Organisation in US‑Austragungsstädten
Fan‑Zonen gelten traditionell als zentraler Bestandteil des WM‑Erlebnisses, doch mehrere US‑Planungen wurden zuletzt reduziert oder gestrichen. New York/New Jersey strich das für Jersey City geplante Fan Fest trotz bereits gestarteter Ticketverkäufe, Seattle verkleinerte seine Pläne und Boston begrenzte sein Angebot auf 16 Tage. Miami drohte mit einer Absage, sollte die Veranstaltung nicht innerhalb eines Monats Bundesmittel erhalten; Kansas City meldete akuten Finanzbedarf für Sicherheitsmaßnahmen.
Diese Veränderungen hängen eng mit Finanzierungsfragen und Sicherheitsanforderungen zusammen. Fan‑Zonen waren seit 2006 meist kostenfrei; das geplante Verkaufen von Eintritt für einige Zonen markiert eine Abkehr von diesem Modell. FIFA gab an, rund 7 Millionen Sitzplätze zur Verfügung zu stellen und habe 500 Millionen Ticketanfragen erhalten; Präsident Infantino erklärte sogar, alle 104 Spiele seien ausverkauft. Nach Kritik an hohen Preisen kündigte FIFA an, jeder teilnehmenden Föderation einige hundert Tickets zu 60 US‑Dollar zur Verfügung zu stellen. Auf der offiziellen Wiederverkaufsplattform liegen viele Angebote jedoch deutlich über 1.000 Dollar, teils stiegen Einzelpreise im Dezember bis auf 8.680 Dollar.
Finanzierung und Bundesmittel
Mehrere Kommunen sehen in Bundesmitteln eine Voraussetzung, um Sicherheitskonzepte umzusetzen. Diskussionen im US‑Kongress über Haushaltsfragen und eine teilweise Schließung des Department of Homeland Security könnten den Zufluss von Geldern verzögern. Dies hat direkte Folgen für Personalplanung, Einsatzkräfte und Infrastruktur in den Gastgeberstädten und erhöht den Druck auf lokale Organisatoren.
Foxborough‑Streit: Genehmigung und Kostenfragen für Stadionspiele
Das Gillette‑Stadium in Foxborough, Massachusetts, ist für sieben WM‑Partien eingeplant, darunter das Eröffnungsspiel der Stadt mit Haiti gegen Schottland am 13. Juni und ein Viertelfinale am 9. Juli. Die lokale Select Board verweigert bislang die Erlaubnis und fordert bis zum 17. März eine Zahlung von 7,8 Millionen US‑Dollar zur Abdeckung von Polizei‑ und anderen Kosten. Foxborough betont, nicht Vertragspartei des FIFA‑Gastgeberabkommens mit Boston zu sein.
Dieser Genehmigungsstreit wirft Fragen zur lokalen Kostenverteilung und zu Verantwortlichkeiten bei Großveranstaltungen auf. Eine Entscheidung der Gemeinde bleibt abwartend, während FIFA und Organisatoren weiterhin an den Spielplänen festhalten.