WM 2026 im Gillette Stadium: Foxborough fürchtet Millionen-Schulden

Der Gemeinderat von Foxborough drohte diese Woche damit, die Stadionlizenz für das Gillette Stadium zurückzuhalten, solange die Frage der Sicherheitskosten in Höhe von 7,8 Millionen Dollar für die Spiele der Fußball‑Weltmeisterschaft 2026 ungeklärt bleibt. FEMA‑Zahlungen sind bislang nicht geflossen, weil Bundesmittel blockiert sind, und die Stadt fürchtet, am Ende auf den Kosten zu sitzen. Vertreter von Boston 2026 und Anwälte versprachen, dass Boston Soccer 2026 einspringen werde und die Kraft‑Familie mögliche Lücken schließen wolle; zugleich stößt der Zeitplan für die Lieferung notwendiger Sicherheitsausrüstung bis zum 1. Juni auf scharfe Kritik. Der Rat vertagte eine endgültige Entscheidung auf die Sitzung am 17. März.

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Sicherheitskosten: Wer trägt die 7,8 Millionen Dollar?

Die Kernfrage bei der Sitzung war die Bezahlung der Sicherheitskosten in Höhe von 7,8 Millionen Dollar für sieben WM‑Spiele im Gillette Stadium, darunter ein Viertelfinale. Ein Teil dieser Summe sollte durch eine Zusage der Katastrophenschutzbehörde FEMA gedeckt werden; diese Mittel sind jedoch bislang wegen eines teilweisen Stillstands der Bundesregierung und blockierter Bundeshaushaltsmittel nicht ausgezahlt worden. Das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS), dem die FEMA untersteht, ist direkt betroffen.

Für die rund 18.000 Einwohner Foxboroughs würde das Defizit eine erhebliche Belastung darstellen: Umgerechnet entspricht es etwas mehr als 1.000 US‑Dollar pro Haushalt und rund 10 % des jährlichen Gemeindehaushalts. Normalerweise übernimmt die Eigentümerfamilie der Patriots, die Krafts, Sicherheitskosten bei Veranstaltungen, doch die Weltmeisterschaft fällt nicht automatisch unter bestehende Vereinbarungen mit der Stadt.

Boston 2026, die Kraft‑Familie und rechtliche Zusagen

Vertreter des Organisationskomitees Boston 2026 traten vor den Rat und gaben verbindliche Zusagen: Gary Ronan, Anwalt des Komitees, erklärte, Boston Soccer 2026 werde die Verpflichtung übernehmen, falls Bundesmittel nicht fließen. Er sagte ausdrücklich: „Wer diese Verpflichtung übernimmt, falls die Bundesmittel aus irgendeinem Grund nicht fließen, ist Boston Soccer 2026.“

Ronan ergänzte, das Komitee habe einen „beträchtlichen Betrag“ zurückgelegt und die Kraft‑Familie habe angeboten, „etwaige Finanzierungslücken“ zu schließen; eine formelle Zusage solle in den nächsten ein bis zwei Tagen vorgelegt werden. Außerdem bot das Komitee an, Kosten für Polizei‑ und Feuerwehrpersonal, die die Stadt direkt betreffen, innerhalb von 48 Stunden zu übernehmen, falls Foxborough nicht zahlen könne. Dennoch blieb beim Gemeinderat Skepsis gegenüber rein mündlichen Versprechen.

Stadionlizenz: Ermessensspielraum und rechtliche Abgrenzung

Die Vertreter des Organisationskomitees machten in einer Präsentation deutlich, dass die Befugnisse des Gemeinderats durch das Massachussetts‑Recht und die Stadionordnung begrenzt seien. Peter Tamm, ein weiterer Anwalt, betonte, die Zuständigkeit des Gremiums umfasse Sicherheit, Gesundheit und Ordnung, nicht jedoch städtische Finanzen.

Dem widersprach Stadtanwältin Lisa Mead: Sie hob hervor, dass der Vorstand bei der Erteilung oder Verweigerung einer Stadionlizenz einen weiten Ermessensspielraum habe. „Wie der Vorstand diese Beurteilung vornimmt, liegt vollständig in seinem Ermessen“, sagte Mead und machte damit deutlich, dass politische und sicherheitsrelevante Erwägungen weiterhin in der Verantwortung des Gemeinderats verbleiben.

Ausrüstung, Zeitplan und die Sorge der Einsatzkräfte

Ein zentraler Streitpunkt war die angekündigte Lieferung der Sicherheitsausrüstung bis zum 1. Juni — zwölf Tage vor dem Eröffnungsspiel im Gillette Stadium. Fast alle Ratsmitglieder äußerten Ablehnung gegen diesen engen Zeitrahmen. Vorsitzender des Sonderausschusses Bill Yukna kommentierte die Zusagen des Komitees kritisch; Town Managerin Paige Duncan sprach von einem „extrem beängstigenden“ Plan in unsicheren Zeiten.

Polizeichef Mike Grace machte die Dringlichkeit deutlich: „In 99 Tagen findet das größte Sportereignis der Welt statt, und wir scheinen die notwendigen Mittel für die Ausrüstung, die seit über anderthalb Jahren in der Planung vorgesehen ist, nicht auftreiben zu können.“ Er bat eindringlich: „Bitte tut mir das nicht an.“ Damit steht der konkrete Einsatzplan von Polizei und Feuerwehr sowie die Logistik der Stadionabsicherung weiterhin zur Debatte.

Weitere Verfahrensschritte

Am 17. März steht eine offizielle Abstimmung über die Stadionlizenz an. Der Rat signalisiert, dass er die Lizenz nicht automatisch erteilen werde: „Dieser Vorstand will diese Lizenz keinesfalls verweigern“, sagte ein Vorstandsmitglied während der Sitzung, „aber wir werden es tun, wenn es nötig ist.“ Bis zur Klärung der Finanzierung und zur Vorlage bindender schriftlicher Zusagen bleibt die Entscheidung offen.