Irans Sportminister Ahmad Donjamali hat eine Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA ausdrücklich ausgeschlossen. Donjamali begründete in einem TV-Interview den Schritt mit den jüngsten Angriffen gegen den Iran und sprach von einer unmöglichen Teilnahme unter den derzeitigen Bedingungen. Damit widerspricht er Zusagen aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte der FIFA zufolge die iranische Mannschaft zur WM eingeladen. Ob die Entscheidung des Ministers endgültig ist, blieb zunächst offen.

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Donjamali erklärt Rückzug: Gründe und Zitat
Ahmad Donjamali sagte klar, dass Iran „unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen“ habe, nachdem sein Land nach Angaben des Ministers von den USA und Israel angegriffen worden sei. Er verwies auf die „bösartigen Maßnahmen“ und die Verluste durch die Konflikte der vergangenen Monate: „Daher haben wir definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme.“ Die Aussagen unterstreichen, wie sehr außenpolitische Spannungen nun die sportliche Planung und die Qualifikation für die WM beeinflussen.
FIFA und Trump: Die Einladung zur WM
FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump, dass die iranische Nationalmannschaft „selbstverständlich herzlich eingeladen“ sei, am Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen. Infantino betonte die verbindende Kraft des Fußballs und das Prinzip sportlicher Teilhabe. Zuvor hatte Trump jedoch gegenüber Medien bereits erklärt, es sei ihm „wirklich egal“, ob Iran bei der WM dabei ist — die neuesten Beteuerungen stehen also in einem widersprüchlichen Kontext.
Sportliche Folgen: Qualifikation, Spielplan und Verbandschef
Der Iran hatte sich bereits im März des Vorjahres für die WM 2026 qualifiziert und ist der Gruppe G zugeteilt. Laut Spielplan würde die iranische Mannschaft alle drei Gruppenspiele in den USA bestreiten: die Auftaktpartie am 16. Juni in Inglewood, ein weiteres Gruppenspiel am 21. Juni ebenfalls in Inglewood und das dritte Gruppenspiel am 27. Juni in Seattle. Verbandschef Mehdi Tadsch hatte einen möglichen Verzicht bereits angedeutet und verwies auf die politischen Verstrickungen; für die Auslosung in Washington war ihm nach Angaben aus dem Umfeld ein US-Einreisevisum verweigert worden.
Einfluss der Vorfälle um die Frauen-Nationalmannschaft
Die Debatte um eine mögliche WM-Teilnahme steht auch im Zusammenhang mit den Ereignissen beim Asien-Cup in Australien: Mehrere Spielerinnen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft blieben nach dem Turnier in Australien und erhielten humanitäre Visa. Tadsch brachte diese Vorfälle explizit in die Diskussion um einen Verzicht ein und fragte, wer seine Nationalmannschaft in die USA schicken würde, „wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien“. Die Vorkommnisse zeigen, dass innerverbandliche und menschenrechtliche Fragen die sportpolitische Entscheidung mitprägen.
FIFA-Position und weiterer Verlauf
Die FIFA plant derzeit keine sportpolitischen Einschränkungen und betont weiterhin, dass Fußball über politische Differenzen hinweg verbinden kann. Ob Iran die Teilnahme endgültig absagt oder die Entscheidung revidiert, blieb nach Donjamalis Äußerungen offen; ein abschließendes Signal aus Teheran steht noch aus.