Iran prüft Mexiko als WM-Spielort – FIFA äußert sich bislang nicht

Iran prüft Teilnahme an der WM 2026 – Spiele könnten nach Mexiko verlegt werden. Sportminister Ahmed Donjamali erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, es werde mit der FIFA geprüft, ob sich die Gruppenspiele der iranischen Nationalmannschaft in Mexiko austragen lassen. Hintergrund sind Sicherheits- und Einreiseprobleme in den USA sowie politische Spannungen; Beobachter werten das Manöver jedoch eher als Propaganda denn als realistische Chance. Die Verlegung wäre aus logistischer Sicht kaum zu stemmen: bereits verkaufte Tickets, Quartierplanung und lange Distanzen sprechen dagegen. Zugleich bleibt offen, ob die FIFA auf das Ansinnen eingeht – Anfragen von Medien verliefen bislang meist ohne Antwort.

Fußball WM 2026 in den USA, Mexiko & Kanada
Fußball WM 2026 in den USA, Mexiko & Kanada

Donjamali reicht Anfrage bei der FIFA ein

Irans Sportminister Ahmed Donjamali sagte laut Irna: „Ich hoffe, dass die Bedingungen geschaffen werden, damit unsere Jungs doch noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen können.“ Mit diesem Satz kündigte er an, die Möglichkeit einer Verlegung der iranischen Gruppenspiele mit der FIFA prüfen zu wollen. Die Deutsche Presse-Agentur hat den Weltverband um eine Stellungnahme gebeten; die Wahrscheinlichkeit einer Antwort erscheint gering, weil Anfragen von Medien in den vergangenen Wochen oft unbeantwortet blieben.

Gruppe G: Gegner, Austragungsorte und Einreiseprobleme

Der Iran ist in Gruppe G gelost worden und trifft auf Belgien, Ägypten und Neuseeland. Alle Gruppenspiele sind aktuell für die USA angesetzt. Aus iranischer Sicht wäre eine Verlegung nach Mexiko (etwa ins Aztekenstadion in Mexiko-Stadt) oder Kanada vorteilhaft, weil iranische Fans dort eher einreisen könnten. In die USA gilt für viele Iraner hingegen weiterhin ein Einreiseverbot aufgrund eines bereits vor Monaten erlassenen Dekrets, weshalb die Anreise für Anhänger praktisch unmöglich bleibt.

Verlegung der Partien: Logistische und politische Hürden

Eine Verlegung gilt als unwahrscheinlich. Logistische Gründe sprechen deutlich dagegen: weite Entfernungen zwischen Austragungsorten, bereits erfolgter Ticketverkauf und die Fixierung von Mannschaftsquartieren machen kurzfristige Änderungen kompliziert. Darüber hinaus erscheint es fraglich, ob FIFA-Präsident Gianni Infantino einem individuellen Verlegungswunsch zugunsten des Iran stattgeben würde. Medienberichten zufolge pflegt Infantino ein sehr gutes Verhältnis zum US-Präsidenten, was zusätzliche politische Komplikationen mit sich bringt.

Politischer Kontext: Boykottandrohung und Propaganda

Noch Tage zuvor hatte iranische Führung einen WM-Boykott als Alternative dargestellt; die jetzige Kehrtwende würde bedeuten, dass Teheran diesen Schritt ausgesetzt hat. Beobachter sehen die Anfrage an die FIFA jedoch auch als Teil einer politischen Kommunikation: Ein Instagram-Posting der iranischen Nationalmannschaft – offenbar vom Regime gesteuert – deutete bereits propagandistische Absichten an. US-Präsident Trump reagierte auf das iranische Posting mit der Behauptung, die WM werde das „größte und sicherste Sportereignis in der US-amerikanischen Geschichte“ und warnte zugleich, die iranische Mannschaft setze sich einer Gefahr aus.