Im WM 2026 Testspiel Deutschland-Schweiz heute (20:45/St.-Jakob-Park, Basel) geht es für Julian Nagelsmann weniger um Experimente als ums Einspielen möglicher Stammkräfte. Der Bundestrainer will Kernpositionen festigen und räumt klaren Rollen für Spieler wie Angelo Stiller und Antonio Rüdiger ein. Entscheidend sind zudem der Gesundheitsstand von Jamal Musiala und die Chancen junger Kandidaten wie Lennart Karl auf ihr Debüt. Wir erklären, was bei diesem Länderspiel für das WM-Jahr wirklich zählt.

Inhaltsverzeichnis
- Testspiel Deutschland-Schweiz: Warum der Doppelpack vor der WM 2026 wichtig ist
- Wie viel WM-Elf steckt in der Aufstellung gegen die Schweiz?
- Ist Antonio Rüdiger wirklich Innenverteidiger Nummer 3?
- Weshalb steigt Angelo Stiller vom Streichkandidaten zum Startelf-Spieler auf?
- Wer steht vor dem DFB-Debüt?
- Wie eng wird es für Jamal Musiala?
Testspiel Deutschland-Schweiz: Warum der Doppelpack vor der WM 2026 wichtig ist
Nagelsmann bezeichnet den März-Lehrgang als Einspielphase: Nach einer holprigen Qualifikation fehlte dem Chefcoach bislang die Gelegenheit, ein stabiles Gerüst zu formen und das Zusammenspiel in Ruhe zu üben. Die beiden Matches gegen die Schweiz und am Montag gegen Ghana haben daher Test-Charakter und zugleich die Funktion, Automatismen zu schaffen und die WM-Wunschelf zu verfestigen. Zwar wurde auf Wunsch von Murat Yakin vereinbart, am Freitag bis zu elf Wechsel zuzulassen, Nagelsmann will diese Option jedoch nicht ausschöpfen, weil er Kontinuität und Stabilität in der Startelf sehen möchte.
Deutschland Testspiele bis zur WM 2026
Spielplan Deutschlands bei der WM 2026
Wie viel WM-Elf steckt in der Aufstellung gegen die Schweiz?
Ein Großteil der angedachten WM-Startformation ist vor dem Spiel in Basel bereits erkennbar: Oliver Baumann gilt als Nummer eins im Tor, die Viererkette dürfte mit Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Raum beginnen. Leon Goretzka ist als Sechser favorisiert, Kai Havertz als zentrale Spitze gesetzt. In der offensiven Dreierreihe nimmt Florian Wirtz voraussichtlich den linken Flügel ein; die zweite Zehner-/Achter-Position sollte Angelo Stiller neben Goretzka übernehmen, weil Aleksandar Pavlovic wegen einer Hüftblessur fehlt.
Ist Antonio Rüdiger wirklich Innenverteidiger Nummer 3?
Nach seinem WM-Comeback reiht sich Antonio Rüdiger vorerst hinter Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck ein. Nagelsmann betonte, dass Rüdiger eine gewichtige Rolle im Kader spielt, auch wenn diese zeitweise als Einwechselspieler gedacht ist.

Der Real-Profi habe signalisert, dass er diese veränderte Aufgabe annimmt und sich voll committet, doch sportlich liegen Tah und Schlotterbeck aktuell vor ihm, weil sie die stabilere Kombination bilden.
Weshalb steigt Angelo Stiller vom Streichkandidaten zum Startelf-Spieler auf?
Angelo Stiller galt in der ursprünglichen Hierarchie hinter Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha als Reservist. Durch Pavlovics Hüftprobleme und Nmechas Außenbandverletzung im Knie hat sich die Lage geändert: Pavlovic wird zwar bald zurückerwartet, Nmecha droht hingegen eine mehrwöchige Pause, sodass Stiller für die Position neben Goretzka in Betracht gezogen wird.

Für den Mittelfeldspieler vom VfB Stuttgart ist der März-Lehrgang eine große Chance, mit überzeugenden Auftritten ein WM-Ticket zu erzwingen und sich taktisch als zuverlässiger Ballverteiler und Pressing-Organizer zu empfehlen.
Wer steht vor dem DFB-Debüt?
Wegen einer leichten Kapselblessur im Knie musste Bayern-Keeper Jonas Urbig abreisen; damit bleibt der 18-jährige Lennart Karl der einzige Spieler im Aufgebot ohne Länderspiel. Nagelsmann lobte Karls Auftritte im Training und erwartet von ihm Frische und Unbekümmertheit statt verhaltener Routine.

Der Youngster aus München hat aussichtsreiche Chancen auf sein Debüt, vor allem auf der rechten Offensivposition, und könnte mit seiner Dynamik ein Element der Mannschaftsstruktur werden.
Wie eng wird es für Jamal Musiala?
Musiala arbeitet nach einer schweren Sprunggelenksverletzung und einem Rückschlag nach dem Comeback intensiv an seinem Aufbautraining und soll möglichst bald ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Nagelsmann machte deutlich, dass die Zeit knapp ist: Musiala habe noch rund acht Wochen, um sich bis zum Turnier auf 100 Prozent zu bringen. Damit bleibt sein WM-Start in Gruppe E kein sicherer Wert, sondern ein Wettlauf gegen die Uhr, in dem jede Einheit im Mannschaftstraining und jede Belastungsstunde zählt.