Inhaltsverzeichnis
- DFB vor WM 2026: Nagelsmann startet Sechser-Casting
- DFB-Termine und WM 2026 Ausblick
- Nagelsmann nominiert: Groß zurück, Stiller überraschend in der Startelf
- Die große Frage: Wer ersetzt Toni Kroos auf der „Sechs“?
- Ausfälle schränken Optionen ein: Pavlović und Nmecha fehlen
- Goretzka, Stiller, Groß und Stach – Profile im Sechser-Casting
DFB vor WM 2026: Nagelsmann startet Sechser-Casting
Toni Kroos hat seine Karriere beendet, Joshua Kimmich bleibt als Rechtsverteidiger eingeplant – und Bundestrainer Julian Nagelsmann steht damit vor einer offenen Rechnung: Wer besetzt künftig die zentrale „Sechser“-Position beim DFB? Zweieinhalb Monate vor dem WM-Start startet Nagelsmann ein fast schon öffentliches Casting mit Testspielen gegen die Schweiz (27.03.2026) und Ghana (30.03.2026). Angelo Stiller darf überraschend von Beginn an ran, Pascal Groß wurde zurückberufen – doch verletzungsbedingte Ausfälle schmälern die Optionen.

DFB-Termine und WM 2026 Ausblick
Die unmittelbar anstehenden Testspiele dienen Nagelsmann als Prüfstand: Schweiz am 27. März in Basel und Ghana am 30. März in Stuttgart. Danach folgen weitere Vorbereitungsspiele und die endgültige Auswahl für den WM-Kader, die Nagelsmann anhand Form, Verletzungsstatus und taktischer Passgenauigkeit bestimmen wird.
Deutschland Testspiele bis zur WM 2026
Spielplan Deutschlands bei der WM 2026
Ecuador, die Elfenbeinküste und Curaçao lauten Deutschlands Gegner bei der Weltmeisterschaft 2026 in Gruppe E. Nach wiederholten Niederlagen bei Weltmeisterschaften gilt die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr als unaufhaltsame Macht auf der Weltbühne.
Nagelsmann nominiert: Groß zurück, Stiller überraschend in der Startelf
Beim öffentlichen Auftritt zur Kadernominierung hob Nagelsmann einen Rückkehrer lobend hervor: „Er hat die große Gabe, Menschen zu verbinden“ – gemeint war Pascal Groß, der nach vier Länderspielen im Herbst wieder im Aufgebot steht. Nagelsmann betonte zugleich die Bedeutung solcher „Kaderspieler, die nicht zur ersten Elf zählen und trotzdem eine supergroße Bedeutung haben können.“ Groß gilt als sozial verträgliche Option für das defensive Mittelfeld, wird gegen die Schweiz aber nicht in die Startelf rücken.
Überraschend anders gestaltet sich die Aufstellung: Angelo Stiller, ursprünglich gar nicht eingeplant, steht gegen die Schweiz in der Anfangsformation. Nagelsmann kündigte an: „Er wird beginnen.“ Stiller rückte nur nach, weil Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha verletzt absagen mussten.

Die große Frage: Wer ersetzt Toni Kroos auf der „Sechs“?
Die Position des defensiven Mittelfelds bezeichnet Nagelsmann als das „Herzstück einer jeden Mannschaft“ – und genau dort klafft nach Kroos‘ Rücktritt nun eine Lücke. Kroos hatte bei der EM 2024 als Spielmacher aus der Tiefe das Aufbauspiel mit präzisen Zuspielen stabilisiert; sein Abgang zwingt Nagelsmann zu Alternativlösungen im Aufbauspiel und der Raumaufteilung vor der Abwehrkette.
Kapitän Joshua Kimmich käme dem Profil am nächsten, doch Kimmich ist auch Deutschlands bester Rechtsverteidiger. Nagelsmann hat seine Meinung mehrfach geändert und entschied sich zuletzt dafür, Kimmich erneut als Rechtsverteidiger einzuplanen – das Sechser-Casting läuft somit ohne den variablen Spielmacher-Kandidaten.

Ausfälle schränken Optionen ein: Pavlović und Nmecha fehlen
Wichtige Alternativen fallen aus: Felix Nmecha laboriert an einer Außenbandverletzung im Knie, und Aleksandar Pavlović plagt eine Hüftproblematik. Nagelsmann nannte die Ausfälle „ärgerlich“, da beide Profile – ein tiefer Strategietyp wie Pavlović und ein zweikampfstarker, nachrückender Spieler wie Nmecha – gut zueinander gepasst hätten. Wie lange beide ausfallen, ist offen; damit reduziert sich der Pool an Kandidaten für das defensive Mittelfeld deutlich.
Gleichzeitig erhöht der Ausfall von Pavlović und Nmecha die Bedeutung jener Spieler, die zur Verfügung stehen: Leon Goretzka darf als einer der prägenden Akteure auf der „Sechs“ auftreten, während Groß, Stiller und Anton Stach als mögliche Ergänzungen geprüft werden.

Goretzka, Stiller, Groß und Stach – Profile im Sechser-Casting
Leon Goretzka bringt kein klassisches Spielmacherprofil wie Kroos mit und definiert sich auch nicht primär als Abräumer; seine größte Stärke ist die Präsenz im Strafraum. Nagelsmann lobte: „Er geht immer in die Box“ – ein Hinweis auf Goretzkas offensive Qualität und Torgefahr aus dem Mittelfeld, die das Aufbauspiel ergänzen kann.
An seiner Seite soll Angelo Stiller gegen die Schweiz zeigen, was er in der Struktur des Aufbauspiels und in der Raumaufteilung leisten kann. Pascal Groß bleibt als Vertreter mit hoher Sozialverträglichkeit ein Kandidat für den WM-Kader. Anton Stach, der bei Leeds United in der Premier League überzeugt, zählt eher zum Außenseiterkreis, könnte aber als robustere Option im Duell um die Position infrage kommen.