Die Planungen für die Weltmeisterschaft 2026 laufen bei Bundestrainer Julian Nagelsmann längst auf Hochtouren. Rund drei Monate vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada rücken auch einige junge deutsche Talente stärker in den Fokus. Besonders zwei Namen sorgen derzeit für Diskussionen: Lennart Karl vom FC Bayern und Said El Mala vom 1. FC Köln. Nagelsmann beobachtet beide Offensivspieler genau – und formuliert öffentlich klare Erwartungen. Während Karl trotz schwankender Einsatzzeiten weiterhin gute Karten hat, muss El Mala laut Bundestrainer vor allem eines liefern: mehr Spielzeit im Klub. Klar ist aber auch: Für beide Youngster ist der Weg zur WM Gruppe E offen.

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Lennart Karl: Shootingstar mit WM-Chance
Der rasante Aufstieg von Lennart Karl gehört zu den Überraschungen dieser Saison. Der Offensivspieler des FC Bayern sammelte bereits über 1400 Pflichtspielminuten bei den Profis und sorgte mit Dribblings, Toren und Vorlagen früh für Aufmerksamkeit. In der ersten Saisonhälfte spielte sich der damals noch 17-Jährige sogar regelmäßig in die Startelf.
Seine Spielweise macht ihn für Nagelsmann besonders interessant. Karl sucht häufig das Eins-gegen-eins, zieht von rechts nach innen auf seinen starken linken Fuß und ist dadurch für Verteidiger schwer auszurechnen. Genau diese Unberechenbarkeit kann bei einem großen Turnier entscheidend sein.
Zuletzt bekam der junge Bayern-Profi allerdings weniger Spielzeit. Ein Grund dafür ist die Rückkehr von Jamal Musiala, der nach seiner Verletzung wieder eine zentrale Rolle in der Münchner Offensive einnimmt. Für Nagelsmann ist das jedoch kein Ausschlusskriterium für eine WM-Nominierung.
Nagelsmanns klare Botschaft: „Keine graue Maus“
Der Bundestrainer formuliert deutlich, was er von Karl erwartet. Sollte der Bayern-Youngster Teil des WM-Kaders werden, müsse er seine Persönlichkeit auch im Nationalteam zeigen.
Nagelsmann machte klar: Karl dürfe im DFB-Team nicht zur „grauen Maus“ werden. Stattdessen soll er genau das einbringen, was ihn in München stark gemacht hat – jugendliche Frische, Mut und Frechheit im Offensivspiel.
Dabei stellt der Bundestrainer keine unrealistischen Forderungen. Karl müsse nicht zwingend Stammspieler beim FC Bayern sein, um bei der Weltmeisterschaft eine Rolle zu spielen. Wichtiger seien Rhythmus, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten den Unterschied zu machen.
Said El Mala unter größerem Druck
Während die Situation bei Karl relativ entspannt wirkt, ist die Ausgangslage bei Said El Mala komplizierter. Der 19-Jährige vom 1. FC Köln durfte im November bereits erste Minuten in der Nationalmannschaft sammeln und hinterließ dabei einen ordentlichen Eindruck.
Nagelsmann sieht in ihm grundsätzlich weiterhin Potenzial für den WM-Kader. Gleichzeitig fordert er aber mehr Konstanz im Klub. El Mala kommt in Köln derzeit nur auf rund die Hälfte der möglichen Spielminuten – aus Sicht des Bundestrainers zu wenig.
Für eine ernsthafte WM-Chance müsse der Offensivspieler den Anspruch haben, im Verein Stammspieler zu sein. Vor allem in der Defensivarbeit erwartet Nagelsmann mehr Stabilität. Erst wenn diese Entwicklung sichtbar wird, könnte El Mala im Rennen um ein Ticket für die Weltmeisterschaft wieder näher heranrücken.
Der März wird entscheidend für die WM-Kaderplanung
Für viele Kandidaten im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft wird der März zu einer wichtigen Phase. Nagelsmann plant, den Kern seines WM-Kaders möglichst früh festzulegen. Die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana könnten bereits einen ersten Hinweis darauf geben, wie das endgültige Aufgebot aussehen wird.
Neben Karl und El Mala stehen auch weitere junge Spieler wie Brajan Gruda, Assan Ouédraogo oder Tom Bischof unter Beobachtung. Für sie alle gilt dasselbe Prinzip: Leistung im Verein bleibt die wichtigste Bewerbung für die größte Bühne im Weltfußball.
Die Botschaft des Bundestrainers ist damit klar. Die Tür zur WM 2026 steht für junge Talente offen – doch wer sie durchschreiten will, muss in den kommenden Wochen überzeugende Argumente liefern.