Iran-Spiele bleiben in den USA: FIFA hält an WM-Plan fest

FIFA lehnt eine Verlegung der iranischen Vorrundenspiele zurzeit ab. Trotz öffentlicher Äußerungen des Verbandspräsidenten Mehdi Taj über Verhandlungen mit dem Weltverband über Austragungsorte in Mexiko bleibt die FIFA bei ihrem Spielplan für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Entscheidende Gründe sind kommerzielle Verpflichtungen wie Ticketverkauf, TV-Rechte und Sponsoren sowie die logistische Planbarkeit für alle Teilnehmer. Gleichzeitig werfen politische Spannungen zwischen den USA und Iran Fragen zu Visa, Sicherheit und Delegationslogistik auf.

Fußball WM 2026 in den USA, Mexiko & Kanada
Fußball WM 2026 in den USA, Mexiko & Kanada

FIFA bestätigt Haltung zum Spielplan

Der Weltverband betont, er stehe in regelmäßigem Kontakt mit allen teilnehmenden Verbänden, darunter dem iranischen Fussballverband, und erwarte, dass alle Teams gemäß dem am 6. Dezember 2025 veröffentlichten Spielplan antreten. Eine Verlegung der iranischen Partien nach Mexiko sei derzeit «kein Thema», hieß es von FIFA-Seite auf SID-Anfrage. Hintergrund sind praktische Probleme: verkaufte Eintrittskarten, festgelegte globale Übertragungsfenster und vertragliche Sponsorenzusagen, die eine kurzfristige Umlokalisierung erschweren würden. Zudem würde ein Ortswechsel erhebliche Auswirkungen auf Reiseplanung, Unterbringung und Quartierlogistik der beteiligten Mannschaften haben.

Verhandlungen des IFF und Trigger durch politische Aussagen

Der Präsident des iranischen Fussballverbands, Mehdi Taj, veröffentlichte via Account der iranischen Botschaft in Mexiko, dass man mit FIFA über eine Austragung in Mexiko verhandle. Auslöser der Initiative waren unter anderem Sicherheitsbedenken nach den gemeinsamen Luftschlägen der USA und Israel sowie öffentliche Kommentare von Donald Trump, wonach die «Leben und Sicherheit» iranischer Spieler in den USA gefährdet sein könnten. Gleichzeitig kritisierte der iranische Botschafter in Mexiko die US-Administration für angebliche Schwierigkeiten bei Visaerteilung und fehlende logistische Unterstützung für die Delegation. Diese Visa- und Logistikfragen könnten die Vorbereitung und Anreise der Mannschaft nachhaltig beeinträchtigen.

Konkrete Spielorte, Gegner und mögliche Konsequenzen

Die Spielorte für Iran sind zwei Gruppenspiele in Los Angeles (gegen Belgien und Neuseeland) und ein Spiel in Seattle (gegen Ägypten), das WM-Quartier ist in Tucson/Arizona geplant. Sportlich relevant: Bei einem zweiten Platz in der Gruppe würden Iran und USA im Achtelfinale in Dallas aufeinandertreffen. Sollte Iran wider Erwarten nicht antreten, hat FIFA das alleinige Recht, einen Nachrücker zu bestimmen; als nächstplatzierter asiatischer Verband gilt derzeit der Irak, der sich jedoch zuerst in einem interkontinentalen Playoff gegen Bolivien oder Suriname behaupten müsste. Falls der Irak sich qualifiziert, stünde die Vereinigten Arabischen Emirate als möglicher Nutznießer bereit.

AFC, Zeitpunkt der Entscheidung und politische Dynamik

Der asiatische Verband AFC zeigt sich zurückhaltend optimistisch: Generalsekretär Windsor John erklärte in Kuala Lumpur, nach aktuellem Kenntnisstand werde Iran an der WM teilnehmen, es lägen «keine offizielle Information» über einen Rückzug vor. Beobachter sehen eine Art geopolitisches Taktspiel zwischen den USA und Iran, bei dem jede Seite Bedingungen schaffen könnte, um den Rückzug der anderen zu begründen – mit FIFA als mittlerer Instanz. Eine endgültige Entscheidung seitens FIFA ist nicht vor dem Congress in Vancouver am 30. April zu erwarten; bis dahin bleibt die offizielle Linie, dass alle qualifizierten Teams am Turnier teilnehmen sollen.