FIFA-Chef Infantino: WM muss Symbol für Solidarität werden

FIFA-Chef Gianni Infantino forderte beim UEFA-Kongress in Brüssel, die WM müsse ein Symbol für Solidarität werden. Er betonte, das Turnier mit 48 Mannschaften in den USA, Mexiko und Kanada werde in einer friedlichen und fröhlichen Atmosphäre stattfinden. Infantino wandte sich direkt an die europäischen Verbände und forderte sie auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Angesichts jüngster Boykott-Debatten blieb er optimistisch, die WM als Fest zu positionieren, das Einheit und Freude ausstrahlt.

Gianni Infantino, FIFA Präsident (Foto Depositphotos.com)
Gianni Infantino, FIFA Präsident (Foto Depositphotos.com)

Infantino: WM als Symbol für Solidarität

Bei seiner Ansprache vor den Delegierten sagte Infantino deutlich: „Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein.“ Er stellte das Turnier als großes Fest der Fußballfamilie dar und betonte den Wunsch nach einer friedlichen Atmosphäre in den Stadien und für die Fans. Das Turnier mit 48 Nationalmannschaften, angesetzt vom 11. Juni bis 19. Juli, soll demnach nicht nur sportlich, sondern auch als Zeichen für Zusammenhalt wirken. Infantino setzte auf die verbindende Kraft des Fußballs, um politische Spannungen zumindest während der Spiele zu überbrücken.

Boykott-Debatten in Europa — Erwartungen an die Verbände

Dennoch verhindern politische Diskussionen nicht die Erwartungen an die Verbandsebene. In Deutschland und auf EU-Ebene waren zuletzt Boykott-Forderungen laut geworden, vor allem in Reaktion auf die Politik der USA; DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte solche Aufrufe als unpassend zurückgewiesen. Infantino forderte die europäischen Verbände auf, Verantwortung zu übernehmen und die vereinigende Wirkung des Fußballs zu ermöglichen. Er appellierte direkt an die Delegierten: „Ich zähle auf jeden einzelnen von Euch“, und verwies zugleich auf die Herausforderungen einer „geteilten, aggressiven Welt“.

Russland-Frage bleibt offen

Zu einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben machte Infantino keine neuen Aussagen. Zuletzt hatte er eine Wiederaufnahme trotz des andauernden Krieges in der Ukraine nicht kategorisch ausgeschlossen, ohne konkrete Schritte zu nennen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sprach sich dafür aus, zumindest russischen Jugendteams Perspektiven zu bieten, und bekannte: „Man müsse immer Lösungen finden, den Ball am Rollen zu halten.“ Damit bleibt die Debatte um Sanktionen und sportliche Teilhabe weiterhin Thema in den europäischen Gremien.