Cherundolo sorgt sich um WM 2026: „Gesellschaft in den USA stark gespalten“

Steven Cherundolo, Ex-Profi von Hannover 96 und 87-facher Nationalspieler, warnt vor den politischen Spannungen in seiner Heimat und macht sich „große Sorgen“ vor der Fußball-WM 2026. Der langjährige Profi (1999–2014) arbeitete nach seiner Karriere fünf Jahre als Trainer in den USA und verfolgt die Entwicklungen weiterhin aufmerksam. Cherundolo fordert, Politik und Gesellschaft zu versöhnen, hofft auf Entspannung nach den Wahlen im November und sieht zugleich Unsicherheiten bei Einreisefragen. Trotz seiner Sorgen hält er das Turnier organisatorisch für ein rein sportliches Großereignis. Cherundolo war als Spieler bei der WM 2010 mit dabei.

FIFA Fußball WM 2026 in USA, Mexiko & Kanada
FIFA Fußball WM 2026 in USA, Mexiko & Kanada

Cherundolo besorgt über gesellschaftliche Spaltung

Steven Cherundolo spricht offen über seine Sorge um die politische Lage in den USA: „Ich mache mir große Sorgen, das vergangene Jahr war nicht einfach. Es geht nie gut aus, wenn eine Gesellschaft so gespalten, so polarisiert ist.“ Er betont die Notwendigkeit, dass die Politiker die Bevölkerung wieder zusammenführen. Gleichzeitig setzt er Hoffnung in die anstehenden Wahlen im November: „Dann kommen wir einer Verbesserung der Lage näher.“ Cherundolo beobachtet die Polarisierung als Risiko für das gesellschaftliche Klima, das auch die Atmosphäre rund um ein großes Sportturnier beeinflussen kann.

Austragungsort USA: Sportevent vor politischer Bühne

Zur Frage, ob die USA im aktuellen Zustand ein angemessener Austragungsort für die WM sind, antwortet Cherundolo klar und sportzentriert: „Ja, das Drumherum spielt keine Rolle. Es ist ein Sportevent, keine Politik. Ich sehe keinen Grund, warum das Turnier kein großer Erfolg werden sollte.“ Er trennt damit für die Organisation und Durchführung des Turniers bewusst sportliche Aspekte wie Stadien, Turnierlogistik und Fan-Atmosphäre von der innenpolitischen Lage.

Einreise und Sicherheitsfragen: Unsicherheit bleibt

Die Diskussion um die teils harten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE und Einreiseverbote bestimmter Personen mehrerer teilnehmender Nationen bewertet Cherundolo zurückhaltend: „Ich bin kein Experte für die Ein- und Ausreise, da muss ich mich zurückhalten. Keiner weiß momentan so recht, wie genau das ablaufen wird.“ Damit nennt er die Einreiseformalitäten und mögliche Einschränkungen als offene Fragen, die vor dem Turnier noch geklärt werden müssen.

Boykott, Spielerproteste und Verbandspositionen

Zum Thema eines möglichen WM-Boykotts sagt Cherundolo: „Jeder darf seine Meinung haben, das gehört zu einer Gesellschaft dazu. Ich hoffe aber, dass die Politik bei der WM keine Rolle spielt. Es soll um Fußball gehen.“ Hinsichtlich öffentlicher Positionierungen der Spieler gegenüber Donald Trump fordert er individuelle Entscheidungen: „Pauschal darf niemandem ein Maulkorb verpasst werden, es darf aber auch niemand zum öffentlichen Positionieren gezwungen werden. Jeder muss es für sich selbst wissen.“ Zu Fragen, ob sich Verbände positionieren müssten, verweist er auf die Unterschiedlichkeit der nationalen Verbände: Nicht jeder Verband sei politisch involviert, deshalb sei das von Nation zu Nation anders und eine Frage, die die einzelnen Verbände klären müssten.

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