Joachim Löw schlägt Alarm: Kritik an WM 2026 in den USA

Deutschlands Ex‑Bundestrainer Joachim Löw hat beim Literaturfestival lit.Cologne eindringlich vor der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gewarnt. Löw bezeichnete ein Turnier in den USA angesichts aktueller politischer Spannungen und militärischer Aktionen als „noch einmal gefährlicher“. Er erinnerte an die Debatten um die WM 2018 in Russland und die Menschenrechtsfragen bei der WM 2022 in Katar. Die Äußerungen des früheren Chefcoachs stehen damit deutlich abseits der bisherigen Linie des DFB.

Jogi Löw bei der WM 2022 - gelangweilt?
Jogi Löw bei der WM 2022 – gelangweilt?

Löws Warnung: „Noch einmal gefährlicher“

Joachim Löw sagte beim Auftritt in Köln, ein Turnier in einem Land zu spielen, das sich derzeit aktiv in einen Krieg verwickelt sehe, sei besonders heikel. Er zog Parallelen zu früheren Kontroversen: Die WM 2018 in Russland sei bereits „von Debatten überschattet“ gewesen, 2022 in Katar hätten Menschenrechtsfragen im Vordergrund gestanden. Mit Blick auf die derzeitige Lage in den USA nannte Löw die politische Entwicklung als Faktor, der das Turnier „komplett“ überlagern könne.

Politische Spannungen und Sicherheitsfragen

Konkrete Sorgen richtete Löw gegen die jüngsten außenpolitischen Schritte der USA unter Präsident Donald Trump und die damit verbundenen militärischen Auseinandersetzungen, etwa mit dem Iran; dies erhöhe die Sicherheitsrisiken rund um die WM. Gleichzeitig verwies er auf weitere organisatorische Problemfelder: Ein zuletzt publik gewordener Visum‑Eklat warf laut Berichten zusätzlichen Schatten auf das im Juni beginnende Turnier. Vor diesem Hintergrund forderte Löw mehr Aufmerksamkeit für Sicherheitsmaßnahmen, die bislang zu wenig betrachtet worden seien.

DFB‑Position und Debatte um einen Boykott

Der Deutsche Fußball‑Bund, vertreten durch Sportdirektor Rudi Völler und Präsident Bernd Neuendorf, hielt sich bislang zurück und lehnte Boykott‑Diskussionen ab. Völler nannte die Debatte „sinnlos“ und warnte, ein Boykott schade vor allem den Athleten: „Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten“, sagte der DFB‑Sportdirektor laut dpa. Dennoch dürfte die Debatte um einen möglichen Boykott mit zunehmender Nähe zur WM lauter werden.

Reaktionen aus dem Vereinsumfeld: Bonhof mahnt Sicherheitsüberlegungen an

Auch Rainer Bonhof, Präsident von Borussia Mönchengladbach, nahm an der Veranstaltung teil und ging in seinen Statements noch weiter. Bonhof äußerte Zweifel, ob in der aktuellen Lage überhaupt gespielt werden solle: „Ich weiß gar nicht, ob du überhaupt spielen sollst.“ Er nannte Kanada das aktuell „einzige neutrale Land“ und betonte zugleich, dass er keinen Boykott wolle, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen fordere.