Die Bundesregierung hat sich entschieden gegen einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgesprochen. Staatsministerin Christiane Schenderlein betont die gesellschaftliche Rolle des Sports und warnt vor einer Instrumentalisierung für außenpolitische Zwecke. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schließt sich dieser Haltung an und sieht keinen Grund für einen Rückzug. Diese klare Positionierung kommt in einem Kontext wachsender politischer Spannungen.

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Bundesregierung spricht sich gegen Boykott aus
Die Bundesregierung hat sich unmissverständlich gegen einen Boykott der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika ausgesprochen. „Wir haben uns innerhalb der Bundesregierung verständigt, und wenn es um einen Boykott geht, sagen wir: Das unterstützen wir nicht“, erklärte Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Dieser Standpunkt reflektiert eine klare Linie, die auch die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft anerkennt.
Sport darf nicht politisch instrumentalisiert werden
Schenderlein argumentierte, dass der Sport nicht für außenpolitische Agenden herangezogen werden sollte. Ein Boykott würde nicht nur die USA, sondern auch die Gastgeberländer Kanada und Mexiko treffen, was die Einheit und den Geist des Fußballs gefährden würde. „Wir glauben an die verbindende Kraft des Sports und an die weltweite Wirkung, die eine Fußball-Weltmeisterschaft entfalten kann“, so die Staatsministerin weiter.
Erfahrungen aus der WM 2022 in Katar
Die Debatte um einen möglichen Boykott wird auch durch die Erfahrungen der WM 2022 in Katar beeinflusst, wo die Menschenrechtslage für erhebliche Diskussionen sorgte. Damals hatte die deutsche Mannschaft mit symbolischen Aktionen auf die Missstände aufmerksam gemacht. Schenderlein bezeichnete die damalige Situation als „nicht gut“ und bekräftigte die Notwendigkeit, aus diesen Erfahrungen zu lernen.
DFB positioniert sich klar
Bereits am vergangenen Freitag hatte das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine klare Position gegen einen WM-Boykott bezogen. „Ein Fernbleiben ist derzeit kein Thema“, ließ der Verband verlauten. Stattdessen wolle man die positive Kraft des Sports stärken und die Weltmeisterschaft als eine Chance zur Völkerverständigung nutzen.
Politische Diskussionen um den Boykott
Die Diskussion um einen möglichen Boykott wurde durch die aggressive Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump und die Eskalation bei Einwanderungseinsätzen ausgelöst. In diesem Zusammenhang kamen aus politischen Kreisen und von DFB-Vizepräsident Oke Göttlich erste Stimmen auf, die einen Rückzug ins Gespräch brachten. Dennoch bleibt die offizielle Linie der Bundesregierung und des DFB klar: Die WM 2026 soll stattfinden, ohne politische Einmischung.