Ballack kritisiert Löw und Lahm wegen WM-Abschieds 2010

Mit Blick auf die kommende FIFA-Weltmeisterschaft 2026 erinnert sich Michael Ballack an ein prägendes Kapitel seiner eigenen Karriere in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Der frühere Kapitän spricht 16 Jahre nach seinem Abschied erstmals ausführlicher über die Ereignisse rund um den FIFA World Cup 2010. In der Sky-Sendung „Meine Geschichte – das Leben von …“ übte Ballack dabei deutliche Kritik am damaligen Bundestrainer Joachim Löw sowie an seinem Nachfolger als Kapitän, Philipp Lahm.

Jogi Löw bei der WM 2022 - gelangweilt?
Jogi Löw bei der WM 2022 – gelangweilt?

Ballack über den Abschied 2010

Michael Ballack erinnert daran, dass er kurz vor der WM in Südafrika eine Verletzung am Sprunggelenk erlitt und deshalb das Turnier verpasste. Die Diagnose und die darauf folgende Ausfallzeit führten zu einer Reha-Phase und verhinderten sein Mitwirken im Mannschaftstraining beim großen Turnier. Der 98-malige Nationalspieler kehrte nach seiner Verletzung nicht mehr in das DFB-Team zurück, obwohl er zuvor über ein Jahrzehnt hinweg eine prägende Figur und Kapitän gewesen war. Diese Entwicklung schildert Ballack als abrupt und für ihn nicht befriedigend.

Vorwürfe gegen Löw und Lahm

Ballack machte deutlich, dass ihn besonders die Art und Weise des Umgangs mit der Situation betroffen zurückließ. Er sagte: „Ich fand die ganze Sache nicht rund“ und fügte hinzu, er hätte sich von Jogi Löw „eine offenere Kommunikation“ gewünscht, „denn wir hätten ja eine Lösung gefunden.“ Zudem kritisierte Ballack die Rolle von Philipp Lahm, der in Südafrika das Kapitänsamt übernahm und während des Turniers erklärte, dieses nicht mehr abgeben zu wollen: „Das sind Werte, die ich nicht vertrete.“ Laut Ballack sei dies „kein Alleingang“ Lahms gewesen, Löw habe das „durchlaufen lassen – wissend“.

Fehlende Aussprache und die Erwartungen Ballacks

Ballack bemängelt, dass ihm „gar nicht die Chance gegeben“ worden sei, wieder ins Team zurückzukehren, und dass bis heute kein klärendes Gespräch stattgefunden habe. Er betonte, der Respekt vor seinen Leistungen in den zehn Jahren zuvor hätte es verlangt, „dass man mir das ins Gesicht sagt“ – offen und ehrlich. Gleichzeitig unterstrich Ballack, er sei „nicht nachtragend“ und dass das Thema bei persönlichen Treffen mit Löw inzwischen „kein Thema“ mehr sei. Für ihn blieb trotzdem die Enttäuschung als Sportler bestehen, weil er andere Erwartungshaltungen hatte.