Michael Ballack nimmt Deutschlands hohe Ansprüche vor der WM gelassen hin und verteidigt das Recht auf ambitionierte Ziele – selbst wenn das Scheitern droht. Der ehemalige Nationalspieler betont, dass jeder im Wettbewerb gewinnen wolle und dass es für den DFB kein Erfolg mehr sei, nur die Vorrunde zu überstehen. Zugleich mahnt Ballack zu mehr Stabilität und Führungsspielern im Kader, die intern eine Hierarchie entwickeln müssen. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte am Donnerstag sein Aufgebot für die Länderspiele in Basel und gegen Ghana in Stuttgart bekanntgegeben und will die WM-Tickets in der zweiten Mai-Woche verteilen.

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Ballack: Hohe Ziele und der Umgang mit Scheitern
Michael Ballack relativiert die Erwartungshaltung vor der WM und wirbt dafür, groß zu denken. „Jeder, der dort mitspielt, will gewinnen“, sagt der 49-Jährige in der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ und stellt klar, dass für eine Mannschaft mit der Historie des DFB das bloße Überstehen der Vorrunde kein Erfolg mehr sei. Gleichzeitig betont er, dass es nicht schlimm sei, sich hohe Ziele zu setzen und dann unter diesen Erwartungen zu scheitern: „Dann scheitert man halt. Das ist doch nicht schlimm. Das muss ein Fußballer doch aushalten.“
Kader, Führungsspieler und die interne Hierarchie
Ballack sieht im aktuellen Kader Qualität, bemängelt aber die fehlende Konstanz auf dem hohen Niveau. „Deutschland hat ein paar richtig geile Kicker, aber auch eine Mannschaft, die nicht stabil ist auf diesem Niveau“, so Ballack, und ergänzt, dass es trotzdem wichtig sei, Ansprüche zu formulieren, weil Spieler daran wachsen. Bei der Suche nach Führungsspielern erkennt er „welche, aber vielleicht nicht genug“ und plädiert dafür, dass sich im Idealfall eine Hierarchie von innen heraus entwickelt, getragen von Charakteren aus der Mannschaft.
Trainerrolle und Personalentscheidungen
Für Ballack gehört zur Entwicklung einer Mannschaft auch die Rolle des Übungsleiters, der Entscheidungen treffen muss. Er sagt, ein Trainer brauche Stärke, und es dürfe nicht als Schwäche ausgelegt werden, wenn der Chefcoach bestimmte Personalentscheidungen treffe. Gleichzeitig betont Ballack, dass ein Trainer auch Spielraum lassen sollte, damit sich Führungspersönlichkeiten innerhalb des Teams herausbilden können.
Nagelsmanns Aufgebot und der Fahrplan bis zur WM
Am Donnerstag veröffentlichte Bundestrainer Julian Nagelsmann sein Aufgebot für die kommenden Länderspiele: am 27. März in Basel gegen die Schweiz und am 30. März in Stuttgart gegen Ghana. Nagelsmann will die endgültigen WM-Tickets in der zweiten Mai-Woche vergeben, womit bis dahin noch Personalentscheidungen und Prüfsteine für Spieler anstehen. Die Nominierungen dienen als letzter Formtest, bevor der Kader für das Turnier festgezurrt wird.