Yann Bisseck setzt auf Vielseitigkeit im Rennen um den WM-Kader von Julian Nagelsmann

Yann Bisseck sieht seine Flexibilität als Trumpf im Rennen um einen Platz im WM-Turnierkader. Der 25-Jährige von Inter Mailand betont, dass seine Variabilität — in der Innenverteidigung wie auf den defensiven Außenbahnen — ihn für den DFB-Kader interessant macht. Trotz einer längeren Ausfallzeit nach einer Verletzung steht der Kontakt zu Bundestrainer Julian Nagelsmann nach Bissecks Angaben nicht unterbrochen. Am Donnerstag wird Nagelsmann den Kader für die Länderspiele gegen die Schweiz (27.3.) und Ghana (30.3.) bekanntgeben.

Germany’s Yann-Aurel Bisseck (2R) and team mates warm up during a training session of Germany’s national football team at the Borussia Dortmund training ground in Dortmund, western Germany on March 18, 2025, ahead of the UEFA Nations League quarter-final football match against Italy on March 20 to be played in Milan. (Photo by Ina FASSBENDER / AFP)

Bissecks Vielseitigkeit in der Defensive

Yann Bisseck sieht seine Variabilität als klaren Vorteil für die Nationalmannschaft. „Eine gewisse Variabilität schadet nicht“, sagte der Profi von Inter Mailand dem kicker und fügte hinzu: „Davon profitiert und daran wächst man als Spieler.“ Bisseck betont, dass er in den vergangenen eineinhalb Jahren sowohl menschlich als auch taktisch viel dazugelernt habe und sich dadurch für verschiedene taktische Systeme anbiete. Gleichzeitig hebt er hervor, dass seine Hauptposition die des Innenverteidigers bleibe.

Chancen auf den WM-Kader und Kontakt zu Nagelsmann

Der Innenverteidiger debütierte für Deutschland im Viertelfinal-Rückspiel der Nations League vor einem Jahr gegen Italien (3:3) und ist seither wegen einer Verletzung nicht mehr für den DFB aufgelaufen. Dennoch, so Bisseck, sei der Draht zum Bundestrainer „nicht abgebrochen“ und die Teilnahme an der WM bleibe sein „Traum“. Er arbeite täglich daran, „der beste Fußballer zu werden, der ich sein kann“ und empfinde es als „Privileg“, für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Der Chefcoach wird am Donnerstag die Personalentscheidungen für die anstehenden Länderspiele verkünden.

Einsatzprofile bei Inter Mailand und Gefahr bei Standards

Bei Inter kommt Bisseck nicht nur in einer Dreier- oder Viererkette zum Einsatz, sondern außerdem regelmäßig auf den beiden defensiven Außenbahnen. Diese Flexibilität erhöht seinen Wert für unterschiedliche Spielsysteme und für das Kader-Management des DFB. Mit einer Körpergröße von 1,96 m sieht er sich zudem als natürliche Anspielstation bei Standards: „Bei Standardsituationen eine gewisse Gefahr ausstrahlen. Mein Hauptjob ist, keine Tore zuzulassen“, sagte Bisseck, „aber gelegentlich vorne einen zu machen, schadet ja nicht.“ Bei Inter erzielte der gebürtige Kölner in 96 Einsätzen sieben Tore und unterstreicht damit seine Präsenz bei ruhenden Bällen.

Herkunft und Ausbildung

Yann Aurel Bisseck wurde im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln ausgebildet. Dort durchlief er sämtliche Juniorenmannschaften und debütierte bereits mit 16 Jahren in der Bundesliga für die Profis. Nach mehreren Leihstationen, unter anderem bei Holstein Kiel, Roda JC Kerkrade und Vitória Guimarães, gelang ihm beim dänischen Klub Aarhus GF der sportliche Durchbruch. Seine starken Leistungen führten schließlich zum Wechsel zu Inter Mailand. Neben seiner Fußballkarriere gilt Bisseck als besonders schulisch begabt: Er machte bereits mit 16 Jahren sein Abitur und zog zeitweise sogar ein Medizinstudium in Betracht.