Matthäus über WM 2026: Dieser Spieler könnte Deutschlands neuer Turnierheld werden

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat seine Sicht auf die WM 2026 und die Frage „Wer wird der neue Star im DFB-Team?“ deutlich gemacht: Für ihn steht die funktionierende Mannschaft vor dem Einzelspieler. Matthäus betont, dass sich Turnierhelden oft erst während großer Wettbewerbe herauskristallisieren. Bundestrainer Julian Nagelsmann steht vor der Herausforderung, die richtige Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen Talenten im Kader zu finden. Gleichzeitig nennt Matthäus konkrete Kandidaten und Themen, die das Aufgebot für die FIFA World Cup 2026 prägen könnten.

Germany’s head coach Julian Nagelsmann (L) stands next to German football legend Lothar Matthaeus (2nd L) as he gives an interview prior to the UEFA Nations League third place play-off football match between Germany and France in Stuttgart, southwestern Germany on June 8, 2025. (Photo by THOMAS KIENZLE / AFP)

Matthäus: Der neue Star des DFB-Teams entsteht im Turnier

Matthäus machte in einem Kicker-Interview deutlich, dass die Suche nach dem nächsten großen Star für die WM 2026 aktuell noch verfrüht ist. Zunächst müsse das Team als geschlossene Einheit funktionieren und möglichst weit kommen – erst dann entstehe die Diskussion, welcher Spieler zum Gesicht eines Turniers werde. Er erinnert an die WM 1990, wo sich der große Turnierheld erst im Verlauf der Spiele herauskristallisierte. Deshalb hofft Matthäus, dass auch in 20 oder 30 Jahren noch über die WM 2026 und denjenigen gesprochen werde, der das Turnier für Deutschland geprägt hat.

Kimmich als Führungsspieler und Antreiber

Als klare Führungspersönlichkeit sieht Matthäus Joshua Kimmich. Der Mittelfeldstratege von FC Bayern München übernimmt Verantwortung – sowohl im Verein an der Säbener Straße als auch im Nationalteam. Durch seine konstante Form und Leistung habe sich Kimmich das Recht erarbeitet, innerhalb des Teams klare Worte zu finden. Matthäus betont, dass gerade in Turnieren Erfahrung, Persönlichkeit und Antreiberqualitäten oft den Unterschied machen können.

Stille Helden: Überraschungen und Turnierhelden

Matthäus weist darauf hin, dass neben etablierten Stars auch überraschende Akteure während einer WM entscheidend werden können. Als Beispiel nennt er Guido Buchwald von der WM 1990, der ohne großes Vorwissen zum Turnierhelden avancierte. Ein ähnliches Szenario hält er für das aktuelle DFB-Team für möglich: Ein Spieler, der vor dem Turnier nicht als Schlüsselakteur gilt, könnte durch wichtige Tore oder starke Auftritte plötzlich im Rampenlicht stehen. Solche Geschichten entstehen seiner Ansicht nach regelmäßig bei Weltmeisterschaften.

Torwartfrage und junge Talente im erweiterten WM-Kader

Zur Torwartfrage sagt Matthäus, dass aktuell vieles für Oliver Baumann als Nummer eins spricht. Der Torhüter von TSG 1899 Hoffenheim habe in den jüngsten Spielen konstante Leistungen gezeigt und damit Vorteile im Kampf um die Position erworben. Gleichzeitig plädiert Matthäus dafür, junge Spieler frühzeitig an die Nationalmannschaft heranzuführen. Namen wie Lennart Karl sieht er als Kandidaten für den erweiterten WM-Kader, um internationale Erfahrung zu sammeln. Bei Talenten wie Said El Mala vom 1. FC Köln mahnt er hingegen Geduld an: Zunächst müsse regelmäßige Spielzeit im Verein gesichert werden, bevor sie zu ernsthaften Optionen für Nagelsmann werden.