Baumann im SZ-Interview vor WM 2026 – „Es fühlt sich nach Nummer eins an“

DFB-Keeper Oliver Baumann auf dem Weg zur Stammtorhüter-Position für die WM 2026

Der 35‑Jährige Keeper Oliver Baumann erklärt, warum ihn die Hoffenheim‑Verbindungen zu Julian Nagelsmann und Co. begleiten, warum Manuel Neuer für ihn eine unerreichbare Referenz bleibt und weshalb Konstanz und Erfahrung seine zentrale Stärke für die WM 2026 sind. Baumann erinnert an späte DFB‑Einladungen, die Corona‑Unterbrechung und nennt seinen langfristigen sportlichen Anspruch: den Charly‑Körbel‑Rekord in Bundesligaspielen. Im Interview zeigt sich der Torwart bodenständig, ehrgeizig und überzeugt, dass er „aktuell nach Nummer eins“ klingt.

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„Es fühlt sich aktuell nach Nummer eins an“ – Baumanns Rollenverständnis

Oliver Baumann sagt offen, dass es sich derzeit so anfühle, als könnte er das WM‑Tor für Deutschland hüten. Entscheiden werde letztlich der Bundestrainer, doch die Signale seien positiv. Gleichzeitig betont Baumann, dass er die Entscheidung respektiere und seine Leistung auf dem Platz sprechen lasse: Konstanz und Verlässlichkeit in der Torwartarbeit stehen für ihn über medialen Debatten.

Gleichzeitig verweist er auf seine späte Nationalmannschaftskarriere: Erst mit 30 erhielt er eine Einladung zum DFB, zuvor habe er um Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Eine frühe Perspektive wurde ihm zudem durch eine Corona‑Kontaktperson‑Situation kurz nach seiner ersten Nominierung verweht, was er rückblickend als schmerzhaft beschreibt.

Hoffenheim‑Netzwerk und die DFB‑Rolle

Baumann nennt die bekannten Namen aus Hoffenheim – Julian Nagelsmann, Benjamin Glück, Benjamin Hübner und Alfred Schreuder – und beschreibt die Situation beim DFB fast wie eine Zeitreise. Er betont, dass Vertrauen aus gemeinsamen Erfolgen entsteht: Klassenerhalt, Platzierungen und die jahrelange Zusammenarbeit hätten Bindungen geschaffen, die sich jetzt im Umfeld der Nationalmannschaft widerspiegeln.

Dennoch räumt er ein, dass Spieler aus Hoffenheim lange um Wertschätzung ringen mussten. Aus der Branche sei die Anerkennung inzwischen da, sagt Baumann, und er freut sich, dass sich die Qualitäten des Vereins auch auf der DFB‑Trainerbank abbilden.

LEVERKUSEN, GERMANY – 23 AUGUST, 2025: Oliver Baumann – The match of Bundesliga FC Bayer 04 Leverkusen vs TSG 1899 Hoffenheim at BayArena.

Spielplan der WM 2026 Gruppe E

Weltmeisterschaft
14 Juni 2026
- 19:00
Deutschland
- -
Curaçao
Weltmeisterschaft
15 Juni 2026
- 1:00
Elfenbeinküste
- -
Ecuador
Weltmeisterschaft
21 Juni 2026
- 2:00
Ecuador
- -
Curaçao
Weltmeisterschaft
20 Juni 2026
- 22:00
Deutschland
- -
Elfenbeinküste
Weltmeisterschaft
25 Juni 2026
- 22:00
Curaçao
- -
Elfenbeinküste
Weltmeisterschaft
25 Juni 2026
- 22:00
Ecuador
- -
Deutschland

 

Tabelle der WM 2026 Gruppe E

All
Home
Away
#
Team
B
S
U
N
Tore
GT
TD
Pkt.
1
0
0
0
0
0
0
0
0
2
0
0
0
0
0
0
0
0
3
0
0
0
0
0
0
0
0
4
0
0
0
0
0
0
0
0

 

Spielstil, Erfahrung und der Vergleich mit Manuel Neuer

Baumann erklärt, dass er nie ein einzelnes Vorbild hatte, sondern sich sein Torwartspiel wie ein Puzzle aus verschiedenen Quellen zusammensuchte. Er nennt Timo Hildebrand, René Adler und Robert Enke als prägende Einflüsse für Eins‑gegen‑eins‑Techniken, Hand‑Fuß‑Blöcke und Fangtechnik. Michael Rechner, Ex‑Torwarttrainer beim FC Bayern, lobt seine Entwicklung; Baumann selbst sieht sich „mit 35 als der beste Oli Baumann, den es je gab“.

Zum Vergleich mit Manuel Neuer sagt Baumann klar: Neuer habe Qualitäten, die er nicht kopieren könne – Kombination aus Größe, Schnelligkeit und Antizipation. Die „Aura“, die Neuer zugesprochen wird, interpretiert er als eine besondere Ausstrahlung, die nicht zwingend auf jeden Torhüter zutreffen müsse. Baumann setzt dagegen auf Erfahrung, Stellungsspiel und kontinuierliche Verbesserung.

Voller Name
Oliver Baumann
Position
Torwart
Nationalteam
Nationalität
Geburtsort
Breisach am Rhein
Geburtstag
2.6.1990
Alter
36
Gewicht (kg)
82
Größe (cm)
187
Verein
TSG Hoffenheim
Marktwert
3 Mio. EUR

Oliver Baumann bei der Fußball WM 2026

Mit dem DFB Trikot und der Rückennummer 1 auf dem Rücken geht der deutsche Torhüter Oliver Baumann als Nummer-eins-Torwart in die FIFA WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Der am 2. Juni 1990 in Kenzingen geborene Keeper wartete lange auf seine Chance: Jahrelang als verlässlicher Bundesliga-Torhüter bei der TSG Hoffenheim, blieb ihm die Deutsche Nationalmannschaft verwehrt. Erst der Rücktritt von Manuel Neuer öffnete die Tür – und die schwere Knieverletzung von Marc-André ter Stegen, der als natürlicher Erbe galt, beschleunigte Baumanns Aufstieg endgültig. Bundestrainer Nagelsmann setzt auf Baumann – auch wenn immer wieder Gerüchte aufkommen, dass Neuer doch noch einmal zurückkehren könnte. Sein aktueller Marktwert liegt laut Transfermarkt bei rund 3 Mio. €.

Deutschland Nationalmannschaft im DFB Trikot – Mannschaftsfoto vor dem UEFA Nations League Spiel
Die deutsche Nationalmannschaft im DFB Trikot beim Mannschaftsfoto vor dem UEFA Nations League Spiel um Platz drei gegen Frankreich in Stuttgart (8. Juni 2025). (Foto: Thomas Kienzle / AFP)

Baumanns Stärken liegen in seiner Ruhe und Abgeklärtheit: Der 1,89 Meter große Schlussmann strahlt Sicherheit im Strafraum aus, hält Elfmeter und kommuniziert lautstark mit seiner Abwehrreihe um Antonio Rüdiger und Jonathan Tah. In den vergangenen Bundesliga-Jahren zählte er trotz des bescheidenen Budgets der TSG Hoffenheim regelmäßig zu den besten Keepern der Liga.

In der Gruppe E trifft Deutschland auf Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao. Im Deutschland Trikot soll Baumann das defensive Fundament legen, damit Florian Wirtz und Kai Havertz im Angriff glänzen können. WM-Bilanz: 11 Länderspiele, noch kein Länderspieltor.

Konstanz, moderne Anforderungen und Langfristziele

Für Baumann gehört Konstanz zum obersten Anspruch: konstant hohes Niveau, Bodenständigkeit und die Bereitschaft, jede Woche neu zu arbeiten. Er reflektiert die veränderten Anforderungen an Torhüter — Beteiligung am Spielaufbau, Umgang mit aggressiven Zweikämpfen bei Eckbällen und das „Wegfausten“ der Kugel statt eleganter Ballannahme — und betont, dass Entwicklung nie abgeschlossen sei.

Als konkretes Ziel nennt er den Charly‑Körbel‑Rekord von 602 Bundesligaspielen. Aktuelle Vergleichszahlen aus dem Gespräch: Manuel Neuer habe bislang 542 Bundesligaeinsätze, Baumann 516. Er schildert, dass er Wechselangebote abgelehnt habe, wenn diese nur eine Rolle als Nummer zwei vorgesehen hätten, weil er lieber spiele als auf der Bank Titel zu sammeln. Zur Nationalmannschaftsplanung sagt er, dass das jetzt erst beginne und eine Zukunft nach der WM noch offen sei.