Vor der WM 2026 Bundestrainer Julian Nagelsmann schließt eine WM-Nominierung von Loris Karius vom FC Schalke 04 öffentlich nicht aus und sorgt damit für Spekulationen um die Torwart-Hierarchie. Nagelsmann betonte, die Entscheidung liege zwar nicht in Stein gemeißelt, gleichzeitig nannte er klare Abläufe und Kriterien für die Auswahl. Karius, der seit Januar 2025 für Schalke spielt und mit starken Vorstellungen auffiel, wurde wiederholt als Überraschungskandidat gehandelt. Aktuell fehlt der 32-Jährige den Schalkern verletzungsbedingt, dennoch behält Nagelsmann den Keeper auf dem Zettel. Deutschland spielt bei der WM 2026 in Gruppe E.

Nagelsmann: „In Stein gemeißelt ist es nicht“ – Auswahlprozess offen
Auf die Frage nach der Torhüter-Reihenfolge hinter Stammkeeper Oliver Baumann antwortete Nagelsmann im Gespräch mit dem „kicker“ deutlich: „In Stein gemeißelt ist es nicht“. Der 38‑jährige Bundestrainer schilderte, dass die Position intensiver Gegenstand der Trainercalls sei und gab Einblick in den internen Prozess. Andreas Kronenberg als Torwarttrainer „hat den Hut auf“, Nagelsmann beobachtet parallel die Keeper, liefert das gewünschte Profil und nennt insgesamt elf Kriterien, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen.
Gleichzeitig betonte Nagelsmann, dass es in der Torhüter-Gruppe besonders auf das Zwischenmenschliche ankomme: Die Torhüter bildeten „eine kleine Familie in der großen Familie“, die viel Zeit miteinander verbringe. Deshalb zähle nicht allein sportliche Qualität, sondern auch das Zusammenpassen innerhalb des Teams.
Vom FC Schalke 04 zur WM? Karius‘ eigener Blick
Loris Karius, seit Januar 2025 bei Schalke unter Vertrag, wurde zuletzt immer wieder als Kandidat für die WM-Endrunde in Kanada, den USA und Mexiko genannt. Karius bezeichnete eine mögliche Nominierung im Januar selbst als „Kirsche auf der Sahne“ und betonte, er wolle sich „mit Leistungen überzeugen“. Gleichzeitig sagte er, dass er persönliche Ziele habe, diese aber für sich behalte.
Derzeit fehlt der 32‑Jährige den Königsblauen verletzungsbedingt, sodass Diagnose, Ausfallzeit und Reha den weiteren Saisonverlauf bestimmen. Falls sich durch seine Leistung und die der Mannschaft in der Rückrunde etwas ergeben sollte, erklärte Karius, „wäre das super“.
Torwart-Hierarchie: Baumann voran, aber keine festen Plätze
Nagelsmann machte unmissverständlich klar, dass es auf der Torhüterposition „gar keine Bauchschmerzen“ gebe. Mit Oliver Baumann verfüge der DFB über einen „herausragenden Torwart“, stellte der Bundestrainer fest. Zugleich verwies er auf die Bedeutung von Stabilität und Gesundheit: Sollte der Keeper von der TSG 1899 Hoffenheim stabil und gesund bleiben, werde er „eine tolle WM spielen“.
Die Debatte um die Nummer zwei oder drei bleibt offen, weil neben sportlichen Aspekten auch Trainingsatmosphäre, Teamdynamik und das von Nagelsmann vorgegebene Profil eine Rolle spielen. Neben Loris Karius könnten auch weitere Torhüter für den erweiterten Kreis von Bundestrainer Julian Nagelsmann infrage kommen: Dazu zählen unter anderem die erfahrenen Keeper Marc-André ter Stegen, Alexander Nübel und Kevin Trapp sowie mit Jonas Urbig und Noah Atubolu auch zwei jüngere Kandidaten, die sich mit starken Leistungen in den Fokus für den Kader bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 spielen könnten. Letztlich fällt die finale Entscheidung laut Nagelsmann bei Torwarttrainer Kronenberg.