Nur rund drei Monate vor dem Beginn der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat Marokkos Nationaltrainer Walid Regragui seinen Rücktritt erklärt. Der Erfolgstrainer, der Marokko bei der WM 2022 überraschend ins Halbfinale geführt hatte, begründete seinen Abgang mit dem Bedarf an „neuem Gesicht, neuer Energie und neuer Perspektive“. Der marokkanische Verband bestätigte die Trennung und präsentierte bereits Mohamed Ouahbi als Nachfolger. Die Entscheidung fällt kurz nach der Finalniederlage beim Afrika-Cup und löst innerhalb des Teams starke Reaktionen aus. Marokko trifft in WM 2026 Gruppe C auf Brasilien, Schottland und Haiti.

Inhaltsverzeichnis
Rücktritt: Zeitpunkt und Begründung
Regragui legte sein Amt Anfang März 2026 nieder und stellte den Schritt als freiwilligen Rücktritt dar. Auf einer Pressekonferenz sagte er: „Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht, neue Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer.“ In einer TV-Livesendung ergänzte der 50-Jährige: „Ich lege mein Amt mit Loyalität, Dankbarkeit und der Gewissheit nieder, meinem Land gedient zu haben.“ Der Verband bestätigte die Ablösung nach wochenlangen Debatten um den Chefcoach.
Bilanz und sportliche Stationen unter Regragui
Seit seiner Amtsübernahme 2022 führte Regragui die „Löwen vom Atlas“ zu historischen Erfolgen: Das Team erreichte bei der WM 2022 in Katar das Halbfinale und belegte schließlich Platz vier – das beste Ergebnis der Verbandsgeschichte. Insgesamt weist seine Bilanz 36 Siege in 49 Partien auf; als Spieler hatte Regragui zuvor 52 Länderspiele für Marokko bestritten. Zwischenzeitlich gelang Marokko sogar eine Serie von 19 Siegen in Folge, ehe die Serie im Afrika-Cup-Endspiel endete.
Nach der AFCON-Niederlage: Hintergrund der Entscheidung
Der unmittelbare Auslöser für den Schritt war die Finalniederlage gegen Senegal beim Afrika-Cup auf marokkanischem Boden, nach der Regragui bereits kurz nach dem Turnier seinen Rücktritt angeboten hatte. Dem Bericht der französischen Sportzeitung L’Équipe zufolge hatte der Nationaltrainer unter anderem die anhaltende Kritik am Spielstil und den fehlenden Rückhalt des Verbands beklagt. Der Verband versuchte zunächst, Regragui umzustimmen – vergeblich.
Reaktionen aus dem Team und Bestellung des Nachfolgers
Spieler reagierten unmittelbar in den sozialen Medien: Der frühere Dortmunder Achraf Hakimi, der Marokko beim Afrika-Cup als Kapitän aufs Feld geführt hatte, dankte Regragui emotional: „Walid Regragui, vielen Dank für die außergewöhnliche Arbeit … Deine Führungsqualitäten, deine Leidenschaft und deine Vision haben nicht nur die Spieler inspiriert, sondern auch ein ganzes Land und Millionen von Fans.“ Der Verband ernannte noch am Abend Mohamed Ouahbi zum neuen Chefcoach. Ouahbi, zuletzt als U23-Trainer tätig, hatte die U20-Marokkos 2025 erstmals zum WM-Titel geführt und soll das Team in der Vorrundengruppe C bei der WM gegen Brasilien, Schottland und Haiti betreuen.