WM 2026: Deniz Undav erhöht im DFB-Sturm den Druck auf Nagelsmann

Deutschlands Sturmfrage bleibt offen und mitten in der Debatte steht Deniz Undav. Der Stuttgarter liefert Woche für Woche Zahlen: 18 Tore, 11 Vorlagen in 33 Pflichtspielen und dazu drei Treffer in sechs Länderspielen. Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht von einer „Baustelle“ im DFB-Angriff, Undav antwortet sachlich: Seine Argumente sollen auf dem Platz überzeugen, nicht im Hinterzimmer. Die anstehenden Länderspiele und die nächste Nominierung könnten verbindlich zeigen, wie die Sturmfrage gelöst wird.

Deniz Undav vom VfB Stuttgart hofft auf eine WM 2026 Teilnahme! Foto Depositphotos.com
Deniz Undav vom VfB Stuttgart hofft auf eine WM 2026 Teilnahme! Foto Depositphotos.com

Klare Zahlen, klare Ansage

Deniz Undav untermauert seinen Anspruch mit Daten. In dieser Saison weist der 29-Jährige für den VfB Stuttgart starke Werte aus und zählt wettbewerbsübergreifend zu den produktivsten deutschen Offensivspielern. In der Bundesliga liegt er als bester Deutscher hinter Harry Kane auf Rang zwei der Torjägerliste; insgesamt kommt er auf 29 Torbeteiligungen. Dennoch moniert Undav, dass sein Name in Diskussionen um die Idealbesetzung im DFB-Sturm zu selten fällt: „Ich schieße die meisten Tore. Ich bin auf dem zweiten Platz international, was Scorer angeht“, sagt er nüchtern.

Kein Kontakt zu Nagelsmann – und kein Bedarf?

Seit der Winterpause hat Undav keinen Austausch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann gehabt. Das stört ihn nicht: „Ich finde es schade, dass ich mich immer rechtfertigen muss. Ich glaube, ich zeige das auf dem Platz“, betont der Stürmer und setzt auf konstante Leistung statt persönliche Gespräche. Dennoch ist seine Rolle im DFB-Kader nicht unumstritten: Nach den Nations-League-Finals gehörte er zwar zum Kader, anschließend spielte er in den Planungen keine große Rolle mehr.

Konkurrenzsituation: Andere Profile gefragt?

Nagelsmann hat zuletzt explizit Spieler wie Niclas Füllkrug und Tim Kleindienst hervorgehoben, die vor allem wegen physischer Präsenz und Kopfballstärke gefragt sind. Ein Stürmer der in der Luft etwas regeln kann, ist wichtig, wenn spielerische Lösungen gegen tief stehende Gegner fehlen. Undav wurde bei Beobachtungen in Stuttgart erwähnt, wird aber offenbar anders einsortiert: Nicht nur als klassischer Strafraumstürmer, sondern auch als flexible Option zwischen Neun und Zehn.

Das ärgert Undav. Er sieht sich klar als Mittelstürmer, auch wenn er technisch genug für die zweite Linie wäre. „Es ist nicht meine Entscheidung. Wenn es nach mir geht, bin ich dabei“, sagt er. Eine selbstbewusste Ansage, die seine Forderung nach einer eindeutigen Kaderrolle unterstreicht.

WM-Perspektive: Richtungsentscheidung steht an

Mit einem Marktwert von rund 20 Millionen Euro zählt Undav zu den wertvolleren deutschen Mittelstürmern und gehört aktuell zu den effektivsten Torjägern in den Top‑5‑Ligen. Die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana könnten richtungsweisend sein für die Nominierung zur WM in Nordamerika. Die nächste Auswahlentscheidung wird zeigen, wie Nagelsmann die Sturmfrage tatsächlich lösen will — und ob Tore und Form am Ende den Ausschlag geben.