Public Viewing zur WM 2026 – Bundesumweltministerium gibt grünes Licht!

Fans dürfen während der WM mit Public Viewing rechnen – trotz später Anstoßzeiten in den USA, Kanada und Mexiko. Das Bundesumweltministerium arbeitet an einer Verordnung, die gemeinsame Übertragungen unter freiem Himmel auch in den Abend- und Nachtstunden ermöglichen soll. Zwar stehen noch die Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung und die Zustimmung des Bundesrats aus, doch gelten diese Schritte als Formsache. Damit steigen die Chancen, dass Anhänger der deutschen Nationalmannschaft die WM-Spiele auch bei später Stunde gemeinsam auf Großleinwänden verfolgen können. Schon zur EM 2024 gab es verlängerte Zeiten.

WM 2026 Public Viewing in Deutschland zu späten Anstoßzeiten (Foto Depositphotos.com)
WM 2026 Public Viewing in Deutschland zu späten Anstoßzeiten (Foto Depositphotos.com)

Umweltministerium bereitet Verordnung für Public Viewing vor

Fußballfans in Deutschland können sich berechtigte Hoffnungen auf zahlreiche Public-Viewing-Angebote während der Weltmeisterschaft in diesem Sommer machen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums entsteht derzeit ein Verordnungsentwurf, der Übertragungen der WM-Partien im Freien regeln soll. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem der Lärmschutz, da viele Begegnungen wegen der Zeitverschiebung in die späten Abend- und Nachtstunden fallen.

Die Sprecherin des Ressorts bestätigte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, dass das Ministerium an dem Papier arbeitet. Es schließt an frühere Sonderregelungen an, die es Veranstaltern erlaubten, Spiele auf Großbildleinwänden zu zeigen, auch wenn diese eigentlich außerhalb der üblichen Ruhezeiten angepfiffen wurden. Städte, Gemeinden und Event-Veranstalter erhalten damit voraussichtlich erneut eine rechtliche Grundlage, um Fanmeilen und Open-Air-Übertragungen zu planen.

Lärmschutz-Regeln und Bundesratszustimmung noch ausstehend

Formal steht die Verordnung allerdings noch am Anfang des politischen Prozesses. Innerhalb der Bundesregierung ist der Entwurf bislang nicht abschließend abgestimmt. Zudem muss der Bundesrat zustimmen, bevor die Sonderregeln für das Public Viewing tatsächlich greifen. Dennoch bewerten Beteiligte diese Schritte als Routinevorgang, sodass mit größeren Hürden nicht zu rechnen ist.

Gerade Kommunen warten auf klare Rahmenbedingungen, um rechtzeitig über Standorte, Sicherheitskonzepte und Anwohnerinformation entscheiden zu können. Die Verordnung soll dabei den Spagat schaffen zwischen der berechtigten Feierlaune der Fans und den Ruhebedürfnissen der Anwohnerschaft. Üblicherweise enthalten solche Regelwerke Vorgaben zu erlaubten Lautstärken, Endzeiten der Übertragungen und möglichen Ausnahmen bei besonders bedeutenden Partien.

Späte Anstoßzeiten durch WM in USA, Kanada und Mexiko

Der Hintergrund für die geplanten Ausnahmeregelungen liegt im Spielplan der WM, die vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko steigt. Aufgrund der Zeitverschiebung rollen das Leder und die Kugel in der Heimat der deutschen Fans häufig erst am späten Abend oder sogar in der Nacht über den Rasen. Wer die DFB-Auswahl gemeinsam verfolgen will, ist daher auf flexible Lärmschutz-Bestimmungen angewiesen.

Die Mannschaft des Bundestrainers startet am 14. Juni gegen Außenseiter Curaçao im Stadion von Houston ins Turnier. Der Anpfiff erfolgt um 12.00 Uhr Ortszeit, was 19.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) entspricht und damit noch relativ publikumsfreundlich liegt. Deutlich später geht es in den weiteren Vorrundenpartien zu: Sowohl das Duell mit der Elfenbeinküste am 20. Juni als auch das Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni beginnen jeweils um 22.00 Uhr MESZ – Uhrzeiten, zu denen Public-Viewing-Events ohne Sonderregelung schnell an lärmrechtliche Grenzen stoßen würden.