FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen Russland in der Kritik

Die Ukraine hat mit scharfer Kritik auf die jüngsten Äußerungen von FIFA-Präsident Gianni Infantino reagiert, der eine Rückkehr russischer Spieler und Teams zu internationalen Wettbewerben ins Spiel brachte. Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Infantino als „moralisch degeneriert“, während Sportminister Matwij Bidny von „verantwortungslosen“ Kommentaren sprach. Der ukrainische Fußballverband fordert, dass der Ausschluss russischer Teams solange bestehen bleibt, wie der Krieg andauert.

Gianni Infantino, der derzeitige Präsident der FIFA, nimmt an der Sitzung des FIFA-Rates teil, bei der die FIFA offiziell bekannt gibt, dass die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2021 in China, in Shanghai, stattfinden wird, 24. Oktober 2019.
Gianni Infantino, der derzeitige Präsident der FIFA, nimmt an der Sitzung des FIFA-Rates teil, bei der die FIFA offiziell bekannt gibt, dass die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2021 in China, in Shanghai, stattfinden wird, 24. Oktober 2019.

Ukraine verurteilt Infantino scharf

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Infantino für seine Vorschläge, russischen Teams die Rückkehr in den internationalen Fußball zu ermöglichen, scharf verurteilt. Er bezeichnete den FIFA-Präsidenten als „moralisch degeneriert“ und kritisierte, dass solche Äußerungen inmitten eines andauernden Krieges, in dem unschuldige Menschen ihr Leben verlieren, nicht tragbar seien.

Infantinos umstrittene Aussagen

Gianni Infantino äußerte sich am Dienstag im britischen Fernsehen und zeigte sich offen für die Aufhebung des Banns gegen Russland. „Das müssen wir“, sagte der Schweizer auf die Frage, ob eine Rückkehr Russlands geprüft werden müsse: „Auf jeden Fall – zumindest im Jugendbereich. Dieses Verbot hat nichts gebracht. Es hat nur Frustration und Hass hervorgerufen.“ Diese Äußerungen stießen auf heftige Reaktionen in der Ukraine.

Historischer Vergleich mit den Olympischen Spielen 1936

Sybiha zog in seinen Aussagen einen direkten historischen Vergleich zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. „679 ukrainische Mädchen und Jungen werden nie Fußball spielen können – Russland hat sie getötet“, betonte er in den sozialen Netzwerken. Er warnte, dass solche Vorschläge, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, künftigen Generationen als eine Schande erscheinen würden.

Russische Jugendteams dürfen wieder antreten

Nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 sperrten die FIFA und die UEFA alle russischen Teilnehmer von ihren Wettbewerben. Dennoch zeigte sich Infantino bereits im April 2025 offen für eine Rückkehr Russlands, verbunden mit dem Ende des Krieges. Im Dezember 2025 bestätigte das FIFA-Council, dass russische Teams an U15-Turnieren teilnehmen dürfen, was die ukrainische Seite weiter verärgerte.