Trump fordert Spielverlegungen bei der WM 2026 – FIFA zeigt Verständnis

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnten Spiele in den USA unter Umständen aus „Sicherheitsgründen“ verlegt werden – eine Forderung, die vor allem auf den Druck von Donald Trump zurückgeht. Der frühere US-Präsident sieht in bestimmten Städten Sicherheitsrisiken und bezieht sich dabei auf demokratisch regierte Regionen. Die FIFA zeigt sich grundsätzlich offen für diese Überlegungen – auch wenn sie diplomatisch bleibt.

US Donald Trump trifft FIFA Präsident Infantino (Foto Depositphotos.com)
US Donald Trump trifft FIFA Präsident Infantino (Foto Depositphotos.com)

Trump mischt sich in die Spielorte ein

Donald Trump, der sich selbst zum Vorsitzenden einer Taskforce für die WM 2026 erklärt hat, nutzt die Weltmeisterschaft zunehmend für politische Botschaften. Bereits im September hatte er die Möglichkeit angesprochen, Spiele aus Städten wie Boston zu verlegen – unter dem Vorwurf mangelhafter Sicherheit. Nun legte er nach: Sollten die Bedingungen in bestimmten Städten nicht passen, würde er direkt bei FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Verlegung beantragen. Seiner Aussage nach hätte Infantino dabei „kein Problem“, diese Änderungen vorzunehmen.

FIFA hält sich bedeckt – verweist auf nationale Verantwortung

Die FIFA bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, dass Sicherheitsfragen grundsätzlich in der Verantwortung der jeweiligen Regierungen liegen. „Wir hoffen, dass alle 16 Gastgeberstädte bereit sind“, erklärte ein Sprecher. Die FIFA will sich offenbar nicht öffentlich gegen Trumps Aussagen stellen, vermeidet aber auch eine eindeutige Zustimmung. Der Verband betont, dass letztlich die nationalen Behörden über Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Sicherheit entscheiden.

Politischer Druck auf Gastgeberstädte nimmt zu

Insgesamt elf der 16 Gastgeberstädte liegen in den USA, darunter auch Boston, das laut aktuellem Plan sieben Spiele austragen soll. Insgesamt werden 78 der 104 Partien in den USA ausgetragen, je 13 in Mexiko und Kanada. Die Kritik Trumps an demokratisch geführten Städten ist kein neues Thema. Bereits 2024 ließ er Nationalgardisten gegen den Willen lokaler Behörden in US-Städten aufmarschieren – angeblich zur Bekämpfung von Kriminalität und linker Gewalt. Jetzt nutzt er die bevorstehende WM, um erneut politischen Druck aufzubauen.

WM 2026 wird zur Bühne für politische Interessen

Das Turnier, das vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 stattfinden soll, wird erstmals mit 48 Teams ausgetragen – ein Mammutprojekt, das auch politisch aufgeladen ist. Trumps Einfluss auf die Planung der Spiele ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Großereignisse zur Bühne politischer Machtspiele werden. Ob tatsächlich Spiele verlegt werden, hängt wohl weniger von der tatsächlichen Sicherheitslage als vom politischen Klima ab.