Spanien-Kader vor WM: Debütanten, Ausfälle und nur ein Bundesliga-Profi

Nationaltrainer Luis de la Fuente hat sein 27 Mann starkes Aufgebot für die letzten Länderspiele vor der WM bekanntgegeben. Alejandro Grimaldo ist der einzige Bundesliga‑Spieler im Kader; erstmals dabei sind Barcelonas Torhüter Joan García, Arsenal‑Abwehrtalent Cristhian Mosquera sowie die Flügelspieler Ander Barrenetxea und Víctor Muñoz. Nico Williams fehlt wegen anhaltender körperlicher Probleme, Gavi wurde nach seinem Comeback beim FC Barcelona nicht berücksichtigt. Spanien testet gegen Serbien (27. März) und Ägypten (31. März) – die letzten Prüfsteine vor der WM‑Nominierung für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

Spain’s defender #02 Dani Carvajal (L) celebrates after scoring his team’s third goal during the UEFA Euro 2024 Group B football match between Spain and Croatia at the Olympiastadion in Berlin on June 15, 2024. (Photo by Christophe SIMON / AFP)

Spaniens Kader für die Testspiele

Chefcoach Luis de la Fuente berief vier Torhüter und insgesamt sieben Spieler vom FC Barcelona ins Aufgebot.

Die Torhüter sind Unai Simón (Athletic), David Raya (Arsenal), Álex Remiro (Real Sociedad) und Joan García (Barcelona).

In der Abwehr finden sich unter anderem Marcos Llorente (Atletico), Aymeric Laporte (Athletic), Pau Cubarsí (Barcelona), Dean Huijsen (Real Madrid), Marc Cucurella (Chelsea) sowie Alejandro Grimaldo (Bayer Leverkusen) und Cristhian Mosquera (Arsenal).

Das Mittelfeld bildet Rodri (Manchester City), Martín Zubimendi (Arsenal), Pedri (Barcelona), Pablo Fornals (Real Betis), Carlos Soler (Real Sociedad), Dani Olmo (Barcelona) und Fermin López (Barcelona).

Im Sturm stehen Lamine Yamal, Mikel Oyarzabal (beide Real Sociedad), Ferran Torres (Barcelona), Borja Iglesias (Celta), Yeremy Pino (Crystal Palace), Alex Baena (Atletico), Ander Barrenetxea (Real Sociedad) und Víctor Muñoz (Osasuna).

Mosquera erhält erste Berufung – Profil und Perspektive

Cristhian Mosquera (21) erhielt seine erste Nominierung für die A‑Nationalmannschaft. Der Innenverteidiger verfügt über 14 Einsätze für Spaniens U21 und besitzt zusätzlich die kolumbianische Staatsbürgerschaft; laut Verbandsregelung wäre ein Wechsel zu Kolumbien auch noch möglich, selbst wenn er in den kommenden März‑Länderspielen für Spanien aufläuft. Mosquera wechselte im Sommer für rund £13 Millionen von Valencia zu Arsenal und kam diese Saison wettbewerbsübergreifend 25 Mal zum Einsatz, meist als Backup für William Saliba und Gabriel.

Der junge Verteidiger zeigte bereits Vielseitigkeit: Er agierte sowohl als Innenverteidiger als auch zuletzt als rechter Außenverteidiger und stand nach Salibas Ausfall in der Premier League bei Everton und beim Auswärtsspiel gegen Chelsea stabil. Sein Einsatz gegen Brentford beinhaltete eine spektakuläre rettende Grätsche, die ein Gegentor verhinderte. Mosquera verpasste im Dezember mehrere Wochen wegen einer Knöchelverletzung, hat sich jedoch binnen Saisonverlauf als verlässliche Option im Arsenal‑Kader etabliert.

Überraschungen, Debütanten und prominente Ausfälle

Joan García (25) steht erstmals im A‑Aufgebot und gehört zu den vier nominierten Torhütern – eine ungewöhnliche Entscheidung, die die langfristige Einbindung des neuen Barcelona‑Schlussmanns andeutet. Álex Remiro bleibt trotz sportlicher Konkurrenz im Kader, weil de la Fuente seinen Wert für die Harmonie im Team und als Mentor für jüngere Spieler hoch einschätzt. Überraschend sind die Einberufungen von Víctor Muñoz (Osasuna) und Ander Barrenetxea (Real Sociedad), die beide noch ohne Länderspiele für die A‑Mannschaft kommen.

Gleichzeitig fehlen einige erwartete Namen: Nico Williams fällt mit anhaltenden körperlichen Problemen aus, Gavi wurde nach seinem Kurzcomeback beim FC Barcelona nicht berücksichtigt. Auch etablierte Routiniers wie Dani Carvajal, Álvaro Morata und Marco Asensio finden sich nicht im Aufgebot wieder. Ebenfalls nicht nominiert wurden Robin Le Normand, Dani Vivian und Aleix García; Dean Huijsen ist der einzige Real‑Spieler im Kader.

Letzte Tests vor der WM und offene Entscheidungen

Die Partien gegen Serbien und Ägypten dienen als letzte Standortbestimmung vor der endgültigen WM‑Nominierung. Spanien trifft in Gruppe H auf Kap Verde, Saudi‑Arabien und Uruguay – das Duell um die Plätze im endgültigen WM‑Aufgebot bleibt offen und wird durch Form, Fitness und taktische Überlegungen entschieden. De la Fuente wird in den kommenden zwei Wochen insbesondere die Torhüterfrage und die Besetzung der Innenverteidigung beobachten; die Nominierung von vier Keepers gibt ihm dabei zusätzlichen Handlungsspielraum.