Für die WM 2026 sind Public Viewings in Deutschland grundsätzlich möglich, doch vielerorts fällt die Begeisterung deutlich verhaltener aus als bei der Heim-EM. Zwar hat das Bundeskabinett Ausnahmen von den Lärmschutzregeln beschlossen, damit Fan-Feste auch nach 22 Uhr erlaubt bleiben. Dennoch sagen mehrere Großstädte bereits offizielle Fanmeilen ab.

Späte Anstoßzeiten erschweren die Planung
Ab dem 11. Juni spielt die deutsche Nationalmannschaft in den USA, Mexiko und Kanada um den Titel. Ein großes Problem für Zuschauer hierzulande sind die Anstoßzeiten, denn viele Partien beginnen nach deutscher Uhr erst nach Mitternacht. Das Turnier in Nordamerika kennt insgesamt 17 verschiedene Anstoßzeiten. Am häufigsten wird um 21 Uhr angepfiffen, nämlich bei 19 Spielen. Dazu kommen 11 Partien um 3 Uhr, 10 Begegnungen um 22 Uhr und 9 Spiele um Mitternacht. Vor allem Begegnungen an der US-Westküste in Städten wie Los Angeles oder San Francisco starten häufig erst um 3 oder 4 Uhr deutscher Zeit.
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hatte die Situation schon im Vorjahr nüchtern eingeordnet: „Ich verstehe, dass das schlecht für unsere Fans sein wird, für die Kinder, für die jungen Leute. Ich denke, es wird am nächsten Tag viele Schulschwänzer geben.“
Auch Fifa-Vizepräsident Victor Montagliani dämpfte frühzeitig die Erwartungen von Fans und Medienpartnern: „Wird jedes Spiel hinsichtlich der Anstoßzeit und der Fernsehübertragung absolut perfekt sein? Ich weiß es nicht.“
Deutschlandtermine und mögliche K.o.-Spiele
Für die deutsche Auswahl sind die Eckdaten bereits gesetzt. Das erste Vorrundenspiel gegen Curaçao beginnt um 19 Uhr. Die Gruppenspiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador steigen jeweils um 22 Uhr. Ein mögliches Sechzehntelfinale wäre für 22.30 Uhr angesetzt, ein mögliches Achtelfinale gegen Frankreich für 23 Uhr. Halbfinale und Endspiel beginnen um 21 Uhr, das Spiel um Platz 3 um 23 Uhr.
Viele Städte verzichten auf offizielle Fanmeilen
Während es bei der Heim-EM vor zwei Jahren noch zahlreiche Fanmeilen gab, halten sich die deutschen Metropolen diesmal auffällig zurück. In München und Nürnberg soll es keine offiziellen Feiern geben. Ein Sprecher der Olympiapark München GmbH verwies auf sinkendes Interesse und erklärte: „Public Viewings gibt es heute ja im Prinzip in jedem Biergarten.“
Auch Köln, Dortmund, Hamburg, Leipzig, Mainz und Stuttgart planen keine großen Leinwände. In Berlin könnte es dagegen wieder eine Fanmeile rund um das Brandenburger Tor geben, wie das Portal „berlin.de“ berichtet. Die genauen Details stehen dort allerdings noch aus.