Wanner entscheidet sich für Österreich – Rangnick mit Blick auf die WM 2026

Paul Wanner hat sich nach monatelangem Hin und Her entschieden — kurz vor der WM 2026 wählt er Österreich statt Deutschland und gibt damit dem ÖFB den Vorzug gegenüber dem DFB. Der 20-jährige Offensivspieler erklärte bei Sky, es sei „die wahrscheinlich schwerste meiner Karriere“ gewesen, weil er „durch meine Eltern, meine Erziehung und die Stationen in meiner Karriere zwei Herzen in meiner Brust“ habe. Wanner betonte, er wolle nun seine sportliche Entwicklung in Eindhoven bestätigen und sich eine Nominierung für große Turniere verdienen. Den Austausch mit ÖFB-Trainer Ralf Rangnick habe er zuletzt „noch einmal intensiviert“. Nun wird Wanner mit Österreich in WM Gruppe J antreten.

Austria’s coach Ralf Rangnick attends a press conference after the Euro 2024 football tournament group F first round qualifying match between Estonia and Austria in Tallin, Estonia, on November 16, 2023. (Photo by RAIGO PAJULA / AFP)

Wanner erklärt seine Entscheidung für das Nationaltrikot Österreichs

Wanner machte deutlich, dass die Entscheidung nicht leichtfiel und dass Gefühle und langfristige Überlegungen den Ausschlag gegeben hätten: „Am Ende darf es bei dieser Entscheidung nicht um kurzfristige Überlegungen oder Versprechungen gehen. Es geht darum, was man fühlt.“ Er strebe an, „das Trikot der Nationalmannschaft Österreichs zu tragen“ und nennt die WM als „Traum für jeden Spieler“, betont aber zugleich, dass er sich eine Nominierung erst verdienen müsse. Mit Blick auf die bevorstehenden Monate will Wanner seine Form in der Liga bestätigen, um sich für die Auswahl zu empfehlen.

Sportlicher Hintergrund: Vom FC Bayern-Campus zur PSV Eindhoven

Wanner war mit 13 Jahren an den FC-Bayern-Campus gewechselt und kam bei den Münchner Profis auf acht Einsätze. Nach Leihen an die SV Elversberg und an den 1. FC Heidenheim wechselte er im Sommer 2025 dauerhaft zur PSV Eindhoven, wo er seine Entwicklung fortsetzen will. Der Wechsel nach Eindhoven wurde von Bayerns Sportvorstand Max Eberl unterschwellig kritisiert, dennoch steht für Wanner jetzt die Bestätigung seiner sportlichen Entwicklung im Vordergrund — sowohl auf Vereinsebene als auch im Hinblick auf den nächsten Schritt zur Nationalmannschaft.

DFB- und ÖFB-Kontakte: Gespräche auf Augenhöhe

Wanner betonte seine Dankbarkeit gegenüber dem deutschen Verband und den Verantwortlichen: Er sei dem deutschen U21-Trainer Antonio di Salvo und Bundestrainer Julian Nagelsmann sowie dem ganzen DFB „dankbar: Denn alle Gespräche waren fair und auf einer Ebene ohne jeden Druck“. Zugleich bestätigte er, dass Österreich, das Geburtsland seiner Mutter, ihn schon länger umworben habe und dass er den Austausch mit Rangnick intensivierte. Die Personalien zeigen, wie eng Talente mit Doppelstaatsbürgerschaft zwischen Verbänden umworben werden und wie wichtig persönliche Gespräche, sportliche Perspektive und kulturelle Bindung für eine endgültige Wahl sind.