Musiala fehlt im DFB-Kader – wie ernst ist seine Verletzung wirklich?

Der DFB-Kader für die März-Testspiele vor der WM 2026 ist nominiert, doch ein Name fehlt. Bei der deutschen Nationalmannschaft sorgt das aktuell für Diskussionen – denn Jamal Musiala ist nicht dabei. Der Bayern-Star kämpft weiter mit den Folgen seiner Verletzungen, während in München bewusst auf Zeit gespielt wird. Trainer Vincent Kompany setzt auf einen kontrollierten Aufbau, auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft.

Spain’s defender #24 Marc Cucurella blocks a shot with the hand by Germany’s midfielder #10 Jamal Musiala during the UEFA Euro 2024 quarter-final football match between Spain and Germany at the Stuttgart Arena in Stuttgart on July 5, 2024. (Photo by THOMAS KIENZLE / AFP)

Musiala fehlt – und das hat Gründe

Dass Musiala in den kommenden Länderspielen fehlt, ist kein Zufall. Nach seinem Wadenbeinbruch im Sommer und einer erneuten Sprunggelenksverletzung kämpft der Offensivspieler aktuell mit Sehnenproblemen. Diese gelten als besonders hartnäckig, weil sie langsamer heilen als Muskelverletzungen.

Beim FC Bayern läuft deshalb alles individuell. Statt Mannschaftstraining steht aktuell Reha-Arbeit auf dem Programm, oft sogar nur auf dem Ergometer. Die medizinische Abteilung hatte diese Belastungsreaktion bereits erwartet – jetzt geht es darum, kein Risiko einzugehen. Gerade mit Blick auf die entscheidende Saisonphase ist klar: Eine zu frühe Rückkehr könnte mehr schaden als helfen.

Kompany setzt auf Geduld statt Risiko

Trainer Vincent Kompany macht die Linie des Klubs deutlich. Musiala wird Schritt für Schritt aufgebaut, ohne festen Zeitplan. „Es ist ein Prozess“, so der Bayern-Coach – und genau so wird intern auch gearbeitet.

Dabei geht es nicht nur um das angeschlagene Sprunggelenk. Auch die generelle Fitness spielt eine Rolle, nachdem Musiala lange gefehlt hat. Positiv aus Münchner Sicht: Körperlich wirkt er stabiler, insgesamt reifer. Trotzdem bleibt Vorsicht das zentrale Thema. Eine Rückkehr ins Teamtraining ist frühestens nach der Länderspielpause geplant.

Nationalmannschaft blickt Richtung WM

Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann verfolgt die Situation genau – und unterstützt den vorsichtigen Ansatz. Für ihn zählt vor allem, dass Musiala rechtzeitig zur Weltmeisterschaft wieder bei 100 Prozent ist.

Die aktuelle Nicht-Nominierung ist daher eher strategisch als leistungsbedingt. Stimmen aus dem Umfeld, etwa von Experte Didi Hamann, gehen sogar weiter und sehen die WM-Teilnahme noch nicht als sicher an. Entscheidend werden die nächsten Wochen: Bleibt Musiala stabil und kommt schnell wieder in Form, ist er gesetzt. Wenn nicht, wird es eng.

Bayern vor Union – Fokus trotzdem auf den Alltag

Sportlich läuft es für den FC Bayern trotz der Personalthemen. In der Bundesliga führen die Münchner die Tabelle mit komfortablem Vorsprung an und wollen gegen Union Berlin den nächsten Schritt machen. Dennoch zeigt das Beispiel Musiala, wie vorsichtig der Klub aktuell agiert.

Denn klar ist: Bayern denkt langfristig. Die heiße Phase der Saison steht noch an – und im Sommer wartet die WM. Musiala soll dann wieder eine zentrale Rolle spielen. Bis dahin gilt: lieber ein Spiel mehr verpassen als ein Risiko zu viel eingehen.