Mbappé und Koundé verletzt: Deschamps sucht Alternativen für Frankreichs USA-Tour

Die Vorbereitung auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 erhält für Frankreich einen Dämpfer: Für die USA-Tour (23.–30. März) der französischen Nationalmannschaft fallen Kylian Mbappé und Jules Koundé verletzungsbedingt aus. Nationaltrainer Didier Deschamps muss damit kurzfristig neue Lösungen finden. Gerade in der Offensive und auf der rechten Abwehrseite kann die Équipe Tricolore jedoch aus einer großen Spielerbasis schöpfen. Im Angriff könnten unter anderem Ousmane Dembélé, Hugo Ekitike oder Christopher Nkunku mehr Verantwortung übernehmen, während für die rechte Abwehrseite Optionen wie Malo Gusto, Pierre Kalulu oder Warren Zaïre‑Emery in den Fokus rücken. Frankreich trifft in Gruppe I der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 auf Paraguay, Ghana und Neuseeland – eine Übersicht zu Tabelle, Spielplan und allen Teams der Gruppe gibt es hier.

Spain’s forward #19 Lamine Yamal marks France’s forward #10 Kylian Mbappe during the UEFA Euro 2024 semi-final football match between Spain and France at the Munich Football Arena in Munich on July 9, 2024. (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)

 

Mbappé verletzt: Diagnose, Prognose und Ausfallzeit

Kylian Mbappé hat sich wegen anhaltender Probleme am linken Knie in Frankreich von Spezialist Bertrand Sonnery-Cottet untersuchen lassen. Eine Operation ist nach Angaben der Beteiligten nicht geplant; stattdessen stehen tägliche klinische Kontrollen und eine behutsame Belastungssteuerung an, um die Muskulatur und das Gelenk zu stabilisieren. Der 27‑Jährige fühlt sich laut Klubangaben besser, muss aber Schritt für Schritt ins Mannschaftstraining zurückkehren, sodass eine belastbare Prognose für Einsatzzeiten noch aussteht. Deschamps und die medizinische Abteilung wägen mögliche Ausfallzeit und Reha‑Pläne gegen das Risiko einer Verschlechterung ab.

Koundé fehlt: Rechtsverteidiger‑Optionen und taktische Fragen

Jules Koundé zog sich eine Oberschenkelverletzung beim Copa‑del‑Rey‑Rückspiel von Barça gegen Atlético zu und wird voraussichtlich für die USA‑Tour ausfallen. Sein Fehlen zwingt Deschamps, die rechte Außenbahn neu zu besetzen: Pierre Kalulu und Malo Gusto sammelten bereits Einsätze auf dieser Position, und Warren Zaïre‑Emery hat sich bei PSG als verlässliche Option etabliert. Die Verantwortlichen erwägen, Zaïre‑Emery als vielseitige Lösung zu nutzen – ähnlich wie Eduardo Camavinga 2022 auf der linken Seite – und ihn gegebenenfalls als dritten Rechtsverteidiger im 26‑Mann‑Kader zu führen. Gusto musste zuletzt bei Chelsea in der 75. Minute gegen Aston Villa ausgewechselt werden; Art und Schwere seiner Blessur werden noch geprüft, was die Auswahl zusätzlich beeinflusst.

Angriff ohne Mbappé: Wer übernimmt das Sturmzentrum?

Fehlt Mbappé, stehen mehrere Angreifer als Nachfolger bereit. Ousmane Dembélé, jüngster Ballon‑d’Or‑Gewinner auf dieser Position, steht kurz vor seinem Comeback, trägt aber eine Serie von Rückschlägen mit sich, weshalb sein Einsatz heikel bleibt. Hugo Ekitike könnte eine weitere Chance im Sturmzentrum erhalten; generell gehört zur Kandidatenliste auch Jean‑Philippe Mateta, der jedoch seit seiner Knieverletzung und dem geplanten Wechsel zum AC Milan nicht mehr gespielt hat. Hinzu kommen Spieler wie Christopher Nkunku, Rayan Cherki und Anthony Elanga‑Kolori (Olise) sowie Barcola und Marcus Thuram, die Deschamps taktisch unterschiedliche Profile für das Sturmzentrum und die Offensivflügel bieten. In der internen Hierarchie scheinen Dembélé und Ekitike derzeit einen leichten Vorteil zu haben.

USA‑Tour im engen Saisonkalender: Termine, Verhandlungen und offene Entscheidungen

Die Freundschaftsspiele gegen Brasilien (26. März in Foxborough, Vorort von Boston) und Kolumbien (drei Tage später in Landover) fallen in eine besonders dichte Phase der Saison: Dieses Länderspielfenster liegt zwischen dem Achtel‑ und dem Viertelfinale der Champions League und ist die einzige Pause zwischen den WM‑Qualifikationen im November und den WM‑Vorbereitungsspielen im Juni. Vor diesem Hintergrund könnten Gespräche mit den Vereinen über verletzte Spieler und deren Einsatzzeiten erneut intensiv werden. Neben der Besetzung der Offensiv‑ und Rechtsverteidiger‑Positionen stehen auch Entscheidungen über die Torhüterhierarchie und die endgültige Kadergröße an. Die Nominierungen will der französische Staff am 19. März 2026, um 14:00 Uhr, bekanntgeben; die Entscheidungen des Trainers werden mit Spannung erwartet.

Die Spiele in den USA gelten als wichtiger Testlauf für Frankreichs WM-Planung. Gerade deshalb beobachtet der Trainerstab die Verletzungssituation von Mbappé genau, um kein Risiko im engen Saisonkalender zwischen Champions League und Sommerpause einzugehen.