Lewandowski im großen Interview: Der letzte Tanz bei der WM 2026?

„Das Turnier der Legenden“ rückt näher – und Robert Lewandowski steht im Zentrum der Debatte um die letzten großen Auftritte der Altstars. In einem Interview mit The Athletic erklärt der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, warum Disziplin, Ernährung und mentale Härte ihn weiter auf Top-Niveau in La Liga halten. Für Lewandowski ist die WM 2026 nicht allein eine Frage des Alters, sondern das Resultat jahrelanger Planung und konsequenter Lebensführung. Dennoch muss Polen den steinigen Weg über die Play-offs gehen, um in Nordamerika dabei zu sein.

Polen in der WM-Quali : Grzegorz Krychowiak, Lukasz Fabianski, Robert Lewandowski (Foto Depositphotos.com)
Polen in der WM-Quali : Grzegorz Krychowiak, Lukasz Fabianski, Robert Lewandowski (Foto Depositphotos.com)

Lewandowski und die WM 2026: Anspruch, Verantwortung, Play-offs

Für den 37‑Jährigen hat die Weltmeisterschaft 2026 mehr Gewicht als ein normales Turnier: Es könnte das letzte große Kapitel seiner internationalen Karriere werden. Nach einem kurzzeitigen Rücktritt kehrte Lewandowski unter Jan Urban als Kapitän in die Nationalmannschaft zurück; der Übungsleiter betont die zentrale Rolle des Torjägers und fordert zugleich eine bessere Anspielversorgung: „Wir wollen alle einen effektiven Robert Lewandowski sehen – einen ‚Killer‘ im Strafraum. Aber dafür müssen wir ihm auch die entsprechenden Bälle liefern.“ Aktuell muss Polen den Umweg über die Play-offs gehen und trifft dort auf Albanien – zwei Entscheidungsspiele, die über Lewandowskis WM‑Teilnahme entscheiden werden.

Unverwüstlichkeit: Minuten, Verletzungsresistenz und Mentalität

Lewandowskis Langlebigkeit beruht auf bemerkenswerter Konstanz und einem seltenen Mangel an schweren Verletzungen. Seit 2010 haben in den Top‑5‑Ligen Europas nur Antoine Griezmann und Dani Parejo mehr Einsatzminuten als er absolviert; sein früherer Chefcoach Hansi Flick fasst das so zusammen: „Ich weiß nicht, was in seiner DNA steckt, aber er erholt sich in drei Wochen von Verletzungen, die eigentlich fünf dauern sollten.“ Gleichzeitig treibt ihn ein innerer Antrieb: Derjenige, der einst bei Legia Warschau mit 17 aussortiert wurde, kämpft weiterhin, um sich und anderen zu beweisen, dass er auf höchstem Niveau spielt.

Ernährung, Familie und tägliche Disziplin

Ein zentraler Baustein seiner „Unverwüstlichkeit“ ist die früh begonnene Umstellung des Lebensstils. Bereits Anfang 20 strich Lewandowski Gluten und Laktose aus seinem Speiseplan, weil ihn traditionelle Frühstücksgewohnheiten schlapp machten; großen Anteil an dieser Ernährungsstrategie hat seine Frau Anna, ehemalige Karate‑Weltmeisterin und Ernährungsberaterin. Lewandowski beschreibt seine Planung für die Karriere so: „Ich fing an, als ich 21, 22 Jahre alt war, über meine Zukunft nachzudenken … Wenn ich mir selbst mit der Ernährung, mit einem gesunden Lebensstil helfen kann, kann ich vielleicht zwei, drei, vier Jahre länger auf dem Top‑Niveau spielen.“ Über Annas Einfluss sagt er schlicht: „Vielleicht hätte ich ohne ihre Hilfe nicht das Niveau erreicht, auf dem ich jetzt bin.“

Vertragssituation in Barcelona und Wechselgerüchte

Parallel zur sportlichen Mission läuft Lewandowskis Vertrag in Barcelona im kommenden Sommer aus, weshalb Spekulationen über einen Transfer in die MLS, etwa zum Chicago Fire, kursieren. Der Stürmer gibt sich gelassen und betont, dass er die Entscheidung fühlen müsse: „Ich weiß es nicht… weil ich es fühlen muss. Im Moment kann ich euch nichts sagen (darüber, wie ich mich entscheiden werde), weil ich mir nicht einmal zu 50 Prozent sicher bin, in welche Richtung ich gehen will.“ Gleichwohl bleibt sein Bekenntnis zum aktuellen Projekt bei Barça stark; eine endgültige Richtung will er erst in den kommenden Monaten festlegen.