Die FIFA erlaubt Fernsehsendern, während der neuen dreiminütigen Trinkpausen bei der Weltmeisterschaft 2026 Werbung einzublenden. Die Pausen sollen nach der Hälfte jeder 45‑minütigen Halbzeit vom Schiedsrichter angeordnet werden und gelten unabhängig von Wetter oder Temperatur. Sender können entweder auf Vollbildwerbung umschalten oder in ein Splitscreen‑/Studioformat gehen; bei letzterem dürfen Werbeflächen nur an FIFA‑Partner vergeben werden. Die Regelung enthält genaue Zeitfenster für Werbeeinblendungen und wirft Fragen zu Exklusivrechten großer Sponsoren wie Coca‑Cola/Powerade versus Konkurrenten wie Pepsi/Gatorade auf. Bisher ist noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen das auf die TV-Übertragung in Deutschland bei ARD, ZDF und MagentaTV haben wird.

Inhaltsverzeichnis
Trinkpausen: Ablauf, Zeitfenster und Übertragungsregeln
Die FIFA kündigte an, jedes Spiel der WM 2026 zur Halbzeit für drei Minuten zu unterbrechen. Die Spielpause erfolgt unabhängig von der Temperatur und wird vom Unparteiischen angeordnet; sie ist damit fester Bestandteil des Spielablaufs. Sendeanstalten dürfen in einem genau definierten Zeitfenster Werbung zeigen: Die Einblendung darf nicht innerhalb von 20 Sekunden nach dem Pfiff beginnen und muss mehr als 30 Sekunden vor der Wiederaufnahme des Spiels zurück zum Spielfeed schalten – effektiv bleiben den Sendern rund zwei Minuten und zehn Sekunden für Werbespots. Alternativ können Broadcaster das Bild verkleinern, Experten ins Studio nehmen oder die Übertragung fortsetzen; in diesen Fällen greift allerdings die Beschränkung auf FIFA‑Sponsoren.
Werberechte, Sponsoring und Exklusivität
Die neuen Regeln berühren zentrale Themen der Kommerzialisierung: Exklusivrechte von FIFA‑Partnern versus freie Vermarktung von Sendeanstalten. FIFA‑Partner wie Powerade (Coca‑Cola) sollen bei Splitscreen‑ oder On‑Screen‑Einblendungen Vorrang haben; ein Platz für Gatorade (Pepsi) wäre demnach ausgeschlossen. Wenn ein Sender komplett auf Vollbildwerbung umschaltet, kann er die Werbeflächen laut Quellen grundsätzlich frei verkaufen – Branchenvertreter gehen jedoch davon aus, dass FIFA‑Sponsoren Vorkaufsrechte erhalten könnten, während eine FIFA‑Quelle ein offenes Verfahren andeutete. In Stadien will die FIFA die Gestaltung der Pausen kontrollieren: Bei der Klub‑WM 2025 erschienen die Trinkpausen auf den Videoleinwänden als „Powerade‑Trinkpausen“.
Reaktionen der Sender: Fox, Telemundo, ITV und mögliche Formate
Bei den Rechteinhabern in den USA zeichnet sich bereits ein unterschiedliches Vorgehen ab. Quellen, die mit den Planungen von Fox vertraut sind, erwarten, dass der Sender Werbung schalten wird; die genaue Platzierung blieb jedoch unklar. ITV in Großbritannien äußerte sich nicht zu seinen Plänen. Telemundo‑Vertreter betonten, die Pausen lieferten „guten Inhalt“: Kameras zeigen Reaktionen, Trainerinstruktionen und Spielerinteraktionen, weshalb Telemundo Teile der Spielübertragung voraussichtlich weiter nutzen und lediglich zusätzliche Sponsorenpräsenz integrieren will.
Vergleich zu CONMEBOL‑Regelungen
CONMEBOL führt in Vereinswettbewerben 90‑sekündige Trinkpausen ein, jedoch ohne Umschaltung auf Werbespots in der TV‑Übertragung. Dort nähern sich Kameras und Mikrofone dem Spielfeld, um Anweisungen und Atmosphären einzufangen; den Sendeplatz könnte CONMEBOL anschließend selbst kommerziell verwerten. Die WM‑Regel mit drei Minuten pro Halbzeit geht deutlich weiter und bietet den Fernsehsendern kurzfristig höhere Erlöspotenziale.
Ökonomische Perspektive und sportliche Folgen
Für die FIFA und die Rechtehalter steht eine einfache Rechnung im Vordergrund: Welche Vermarktungsform bringt mehr Einnahmen – die direkte Vergabe an Sponsoren oder der Rückfluss der Sendezeit an private Sender? Branchenkenner rechnen damit, dass Broadcaster durch Vollbild‑Werbeunterbrechungen deutlich höhere Erlöse erzielen können und deshalb bereit sind, dafür zu zahlen. Sportlich liefern die Trinkpausen Trainern außerdem taktische Optionen: In der kurzen Unterbrechung können Chefcoaches Anweisungen geben und Anpassungen vornehmen, was die Pausen auch aus sportlicher Sicht relevant macht.